Neue Pläne für Pilotphase

Lebenszeichen beim E-Rezept: Kurssprung bei Versendern

, Uhr aktualisiert am 27.01.2022 13:32 Uhr
Berlin -

Der neue Fahrplan für das E-Rezept hat den Versendern an der Börse einen Kurssprung beschert: Die Aktie von Zur Rose legte um knapp 15 Prozent zu, das Papier von Shop Apotheke um 12 Prozent.

Die Nachricht, wie es mit dem E-Rezept weitergeht, ist das erste Lebenszeichen seit längerem. Schon die bisherige Pilotphase war ein Desaster, weil kaum E-Rezepte eingereicht wurden. Dass der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Montag vor Weihnachten den Start zum 1. Januar absagte, war der endgültige Tiefschlag.

Entsprechend euphorisch wertete man an der Börse gestern die Nachricht, dass das E-Rezept trotzdem in der Fläche eingeführt werden soll. Für die Testphase, die im 1. Quartal weiterläuft, wurden in der Gesellschafterversammlung der Gematik Qualitätskriterien definiert: So sollen mindestens 30.000 E-Rezepte erfolgreich abgerechnet werden. Die Krankenkassen dürfen keine Formfehler bei der Abrechnung retaxieren.

Am Finanzmarkt wurde die Nachrichten freudig aufgenommen. „Besser als erwartet“ sei dies, schrieb etwa Analyst Daniel Grigat von Stifel Europe. Die Bedenken der Investoren dürften sich nun zerstreuen, da das E-Rezept in einer erweiterten Testumgebung im ersten Quartal erprobt werde. Einzelheiten über die landesweite Einführung und ob das E-Rezept obligatorisch werde, habe es zwar nicht gegeben; er rechne jedoch mit einer landesweiten Einführung ab der zweiten Jahreshälfte. Eine verpflichtende Einführung dürfte ihm zufolge von 2023 an folgen.

Auch Analyst Michael Heider von Warburg Research sprach von einer guten Nachricht für die beiden Versandapotheken. Die Transparenz bezüglich des Fahrplans zur Einführung des E-Rezepts sei damit gestiegen und das Vertrauen in die Finanzprognosen der beiden Unternehmen gestärkt.

Das Analysehaus Jefferies wertete die Pläne als Intensivierung der Testphase. Dies sei die erste positive Nachricht in dem Prozess, der sich Ende 2021 noch verzögert habe. Das Ziel, auf absehbare Zeit 30.000 E-Rezepte abzuwickeln, sei eine erste und wichtige Kennziffer, so Analyst Alexander Thiel. Insgesamt seien die Äußerungen positiv, was die Stimmung bei den in Deutschland aktiven Online-Apotheken betreffe. Die Einstufung für Zur Rose bleibe auf „Buy“, das Kursziel bei 515 Franken. Auch Shop Apotheke empfiehlt er weiter zum Kauf mit einem Kursziel von 201 Euro.

Davon sind die beiden Versender derzeit noch weit entfernt: Die Aktie von Zur Rose liegt aktuell bei 166 Euro, die von Shop Apotheke bei 103 Euro. Die bisherigen Hochs lagen vor einem Jahr bei 472 beziehungsweise 249 Euro.

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