Vergleich

Xarelto: Bayer zahlt Hunderte Millionen dpa, 26.03.2019 16:16 Uhr

Leverkusen - Rund 25.000 Patienten und Angehörige haben in den USA wegen möglicher Gesundheitsschäden durch den Bayer-Gerinnungshemmer geklagt. Jetzt will der Konzern einen Schlussstrich ziehen.

Inmitten von Klagen wegen des Unkrautvernichters Glyphosat entledigt sich Bayer mit viel Geld anderer Rechtsrisiken in den USA. Mit einem 775 Millionen Dollar schweren Vergleich will der Dax-Konzern einen Schlussstrich unter rund 25.000 Klagen wegen möglicher Gesundheitsschäden durch seinen Blutgerinnungshemmer Xarelto ziehen. Bayer und das Partnerunternehmen Janssen Pharmaceuticals hätten sich mit den Klägern grundsätzlich auf die Summe von umgerechnet 686 Millionen Euro geeinigt, teilte der Konzern gestern in Leverkusen mit. Der Vergleich werde nahezu alle in den USA anhängigen Klagen erfassen, betonte Bayer.

Xarelto ist einer der wichtigsten Wachstumsträger in der Pharmasparte von Bayer. Mit einem Erlös von 3,6 Milliarden Euro und einem Wachstum von zehn Prozent war es 2018 das mit Abstand umsatzstärkste Medikament des Konzerns. Allerdings sieht sich Bayer seit Jahren vor allem in den USA mit einer wachsenden Zahl von Klagen konfrontiert, in denen Patienten oder deren Angehörige das Medikament für Gesundheitsschäden wegen unerwünschter Blutungen und sogar Todesfälle verantwortlich machen. Allein in den vergangenen zweieinhalb Jahren stieg die Zahl der Klagen von rund 14.000 auf 25.000.

Trotz des Vergleichs sei Bayer weiter überzeugt, dass die Klagen jeglicher Grundlage entbehrten, betonte der Konzern. Der Vergleich bedeute deshalb auch nicht die Anerkennung einer entsprechenden Rechtspflicht. Alle sechs bisher verhandelten Verfahren seien zugunsten von Bayer und Janssen ausgegangen. Doch ermögliche der Vergleich, Ablenkungen und hohe Kosten zu vermeiden, die durch einen Fortgang der Rechtsstreitigkeiten entstehen würden. Indes behielten sich die Konzerne vor, von dem Vergleich zurückzutreten, wenn er nicht von einer ausreichenden Zahl von Klägern akzeptiert werde.

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