Werbung mit dem Virus

, Uhr

Berlin - Das Coronavirus hat Einfluss bis in die Marketingstrategien der Unternehmen. Denn manche langfristig geplante Kampagne muss über den Haufen geworfen, die Werbung der aktuellen Situation angepasst werden. Häufig wird dabei auch das Corona-Virus selbst erwähnt. Rechtsanwälte warnen jedoch vor rechtlichen Fallstricken.

Große Vorsicht sei geboten, wenn ein Produkt mit irreführenden Erfolgsversprechen beworben wird, warnen Dr. Markus Brock und Lara Guyot der Kanzlei SKW Schwarz Rechtsanwälte. Dies sei unlängst etwa bei Gesichtsmasken oder Vitaminpräparaten zu beobachten, die teils einen effektiven Schutz vor Viren suggerierten.

Brock und Guyot verweisen auf die besonders hohen Anforderungen an die Richtigkeit, Eindeutigkeit und Klarheit der Aussagen, wenn die Werbung einen Gesundheitsbezug hat. „Ein Grund dafür ist, dass gesundheitsbezogene Aussagen erfahrungsgemäß eine hohe Werbewirksamkeit haben, da die persönliche Gesundheit für die Verbraucher einen sehr hohen Stellenwert hat. Werbende Anpreisungen auf diesem Gebiet sind deshalb nach Auffassung des Bundesgerichtshofs (BGH) grundsätzlich nur dann zulässig, wenn diese gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis entsprechen.“ Andernfalls handele es sich um eine irreführende geschäftliche Handlung im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb.

Dabei genügt es den Anwälten zufolge schon, dass die Aussage einen Verbraucher (oder Konkurrenten) zu einer geschäftlichen Entscheidung veranlassen kann, die er andernfalls nicht getroffen hätte. Verboten sei außerdem, in der Werbung mit der Angst der Konsumenten vor dem Virus zu „spielen“, also etwa die aktuelle Beunruhigung vieler Verbraucher in Bezug auf eine etwaige Erkrankung auszunutzen, um sie zu einer Kaufentscheidung zu bewegen. Maßgebliche Vorschriften für gesundheitsbezogene Werbung finden sich im Heilmittelwerbegesetz (HWG) und im Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFBG).

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Laschet wird Kanzlerkandidat
K-Frage: Söder gibt auf »
Entscheidung soll am Dienstag fallen
Laschet vs. Söder: Das Gerangel geht weiter »

Mehr aus Ressort

Wachstum um ein Viertel
DocMorris beerdigt Apo-Rot »
Erst ab der 201. Lieferung 20 Cent pro Fahrt
Apomap: Botendienst-Software wird kostenlos »
Weiteres
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Wachstum um ein Viertel
DocMorris beerdigt Apo-Rot»
Erst ab der 201. Lieferung 20 Cent pro Fahrt
Apomap: Botendienst-Software wird kostenlos»
Laschet wird Kanzlerkandidat
K-Frage: Söder gibt auf»
Entscheidung soll am Dienstag fallen
Laschet vs. Söder: Das Gerangel geht weiter»
„Irrsinn der Prioritätsignoranz“
Impfapotheker kritisiert Hausärzte»
Nur noch Zweitimpfungen in Impfzentren
Abschied von AstraZeneca»
Neue arbeitsrechtliche Fragen
Positiver Test als Kurzurlaub»
Testpflicht in Sachsen und Berlin
Laientests nur unter Aufsicht»
Benzodiazepine, Neuroleptika & Co.
Alkoholabusus: Behandlung oft Off-Label»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B