Neuer Name, neuer Chef

Shop Apotheke: Millionengehalt für neuen CEO

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Berlin -

Shop Apotheke bekommt einen neuen Chef. Und der soll ein Jahresgehalt erhalten, das deutlich über dem seines Vorgängers liegt.

Normalerweise sind Hauptversammlungen bei Shop Apotheke eine unspektakuläre Sache. Nur wenige Aktionäre folgten in den vergangenen Jahren der Einladung in die Firmenzentrale im niederländischen Sevenum. Entsprechend zügig und geräuschlos wurde in der Regel die Tagesordnung abgearbeitet. Selbst die Gründer um Michael Köhler und Robert Hess haben ihre Stimmrechte in einem Poolvertrag gebündelt, sodass theoretisch ein Vertreter für ein Viertel der Anteile seine Zustimmung zu Beschlüssen geben kann.

In diesem Jahr stehen allerdings einige spannende Tagesordnungspunkte an. Einerseits soll der Wechsel an der Unternehmensspitze beschlossen werden: Der frühere DocMorris-Chef Olaf Heinrich soll ab 1. August die Nachfolge von Stefan Feltens als CEO antreten. Sein Gehalt für die Amtszeit von vier Jahren* soll dann bei 2 Millionen Euro in bar zuzüglich 3,75 Millionen Euro in erfolgsabhängigen Aktienoptionen betragen. Zum Vergleich: Feltens erhielt in den vergangenen beiden Jahren jeweils 250.000 Euro in bar sowie 657.000 Euro in Aktienoptionen, genauso wie seine Vorstandskolleginnen und -kollegen.

Allerdings ist Feltens, anders als sein Nachfolger, auch Aktionär: Bereits 2016 stieg er, damals noch Finanzchef bei Ratiopharm, als Investor bei der Europa Apotheek Venlo (EAV) ein, die später mit Shop Apotheke verschmelzen sollte. Aktuell hält er nach eigenen Angaben rund 0,3 Prozent. „Wir sind alle Aktionäre und haben ein intrinsisches Interesse, dass sich der Aktienkurs in die richtige Richtung entwickelt“, sagte Feltens im vergangenen Jahr im OMR-Podcast. Nur Finanzvorstand Jasper Eenhorst verdiene mehr, weil man ihn mit einem marktgerechten Paket gewinnen haben müsse.

Erst Berater, dann CEO

Bis zu seinem Amtsantritt soll Heinrich bereits als Berater für das Unternehmen tätig werden: Ab 1. April soll er bis zu 15 Tage pro Monat abrechnen können, zum Tagessatz von 3000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer und Kosten. 180.000 Euro könnte die Einarbeitung über vier Monate hinweg also zusätzlich kosten, wobei Feltens nach seinem Ausscheiden zur Hauptversammlung noch bis Ende Mai als Berater an Bord bleiben will.

Und dann gibt es noch eine zweite spannende Abstimmung: Das Unternehmen soll in Redcare Pharmacy umbenannt werden. Der Aufsichtsrat habe dem Vorhaben bereits zugestimmt. Zur Begründung heißt es, die Namensänderung sei Teil der Strategie, vom reinen Online-Händler zu einer „E-Apotheken-Plattform“ zu werden.

Die geplante Namensänderung beziehe sich aber ausschließlich auf den Firmennamen, erklärt ein Sprecher auf Nachfrage. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das Unternehmen weiterhin unter dem Namen Shop Apotheke erreichbar. Vor drei Jahren hatte es Gerüchte gegeben, dass die Versandapotheke in Redcare umbenannt wird. Stattdessen wurde aber nur das Eigenmarkensortiment unter dem Namen auf- und ausgebaut. Der italienische Online-Shop war dagegen im vergangenen Sommer tatsächlich in Redcare umbenannt worden.

* Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags hatte es geheißen, Heinrich verdiene 2 Millionen Euro in bar zuzüglich 3,75 Millionen Euro in erfolgsabhängigen Aktienoptionen pro Jahr. Tatsächlich bezieht sich die Angabe auf den Vertragszeitraum von vier Jahren. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

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