Pro-AvO: Gehe und Sanacorp setzen aus

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Berlin - Aus der Plattform Apora ist vorerst nichts geworden, doch die Initiative Pro-AvO gibt es nach wie vor – und der Unterhalt kostet Geld. Noch einmal haben die Mitglieder Geld nachgeschossen, allerdings sind abermals nicht alle mitgezogen.

Pro AvO wurde Ende 2018 ins Leben gerufen, Partner sind der Wort & Bild Verlag, Noventi, BD Rowa, Gehe und Sanacorp. Doch ausgerechnet als nach zweijähriger Vorbereitungszeit die Plattform Apora der Fachöffentlichkeit präsentiert werden sollte, betrat Phoenix die Bühne: Der Großhändler hatte kein Interesse an einem Beitritt zu Pro AvO, sondern wollte lieber mit Noventi alleine eine umfassende Gesundheitsplattform aufbauen.

Nach Freigabe durch die Kartellbehörden wurde Anfang des Jahres das Gemeinschaftsunternehmen Gesundheit für Deutschland (GfD) gegründet. Noventi und die Phoenix-Tochter ADG sind zu gleichen Teilen beteiligt und stellen mit Dr. Sven Simons und Maximilian Achenbach auch die beiden Geschäftsführer. Das Büro befindet sich in der Phoenix-Niederlassung in München. Im zweiten Quartal soll „gesund.de“ ans Netz gehen und nicht nur Apotheken, sondern alle Leistungserbringer mit den Patienten verbinden. Die Domain gesund.de wird vom Wort & Bild Verlag lizensiert.

Und Pro-AvO? Gratulierte Ende Januar zur Gründung und sprach von einer „sehr guten Nachricht für den gesamten Markt“: „Mit dem Start von gesund.de können die Apotheken sicher sein, dass die Gesundheitsplattform rechtzeitig zur Einführung des E-Rezeptes fertig sein und in den Markt gehen wird“, freute sich Geschäftsführer Peter Menk. Zur eigenen Zukunft äußerte sich die Initiative nicht.

Doch offensichtlich geht der Betrieb auch dem Aus von Apora weiter. Mehr als 15 Mitarbeiter arbeiten an den bekannten Themen, man habe genug zu tun, so Menk. Nichts werde fürs Regal produziert. Details will er nicht verraten, in der kommenden Woche sollen Ergebnisse vorgestellt werden.

Damit kostet Pro-AvO weiter Geld. 1,9 Millionen Euro haben die Gesellschafter bei einer neuerlichen Kapitalrunde nachgeschossen, es ist mittlerweile das dritte Mal, dass Geld eingesammelt wurde. Nachdem im Sommer Rowa ausgesetzt hatte, haben sich diesmal Gehe und Sanacorp nicht beteiligt. Ihre Anteile verwässern damit – wie die von Rowa – auf knapp 14 Prozent, während Noventi nunmehr auf 36 Prozent und Wort & Bild auf 23 Prozent kommen.

Zu den Hintergründen wollten sich die beiden Großhändler auf Nachfrage nicht äußern. Womöglich spielen kartellrechtliche Überlegungen eine Rolle. Nach wie vor setzen die Projektpartner darauf, dass Pro-AvO irgendwann in GfD aufgehen wird – und dann dürfte es vor allem um die Beteiligung der drei Großhändler gehen.

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