Pharmahersteller

Neuer Chef für Wörwag

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Berlin -

Wörwag hat einen neuen Geschäftsführer: Christian Stenske ist beim Mittelständler aus Böblingen seit Mai für den kaufmännischen Bereich verantwortlich. Er kommt vom Medizinprodukte-Hersteller Paul Hartmann, wo er im Team von Finanzvorstand Stephan Schulz für das Controlling verantwortlich war.

Stenske hatte Betriebswirtschaft in Regensburg studiert und 1999 als Controller beim Mineralölkonzern Shell angefangen. Im Mai 2004 kam er zu Hartmann nach Heidenheim, wo er Ende 2012 die Verantwortung für den Bereich übertragen bekam. Bei Wörwag tritt er die Nachfolge von Roland Spleiss an, der die Firma im Januar nach sieben Jahren verlassen hatte und zum Gastro-Zuieferer Blanco gewechselt war.

In der Geschäftsführung sind außerdem Dr. Marcus und Monika Wörwag; die beiden Geschwister hatten die Verantwortung 2000 von ihrem Vater Dr. Fritz Wörwag übernommen. Der Firmengründer betreibt nach wie vor die Stadtapotheke in Stuttgart-Zuffenhausen.

Wörwag erwirtschaftet rund 170 Millionen Euro, davon mehr als drei Viertel im Ausland. In 30 Vertriebsbüros weltweit sind mehr als 700 Mitarbeiter tätig. Seit 1993 ist das Unternehmen in Ungarn, Russland, Rumänien, Bulgarien und weiteren osteuropäischen Ländern vertreten. Wie bei Stada, Bionorica und Krewel-Meuselbach belastet die Krise in Russland und der Ukraine derzeit das Geschäft.

Hierzulande gehörten Wörwag beziehungsweise die Tochterfirma AAA Pharma zu den Rabattvertragspartnern der ersten Stunde. Im OTC-Bereich hat sich die Firma auf die Behandlung von Diabetes und diabetischen Begleiterkrankungen spezialisiert und vor allem sogenannte Biofaktoren im Angebot. In den Gründungsjahren arbeitete Wörwag bei der Suche nach geeigneten Zulassungen mit Biomo-Chef Dr. Karl-Georg Mothes zusammen.

Zuletzt hatte Wörwag mit einem Vorstoß für Ärger gesorgt, gegenüber den Großhändlern die Konditionen zu kürzen: Für Rx-Produkte hatte die Firma den Skontosatz gegenüber den Großhändlern auf 0,5 Prozent gestutzt, dafür wurde das Zahlungsziel von acht auf 20 Tage verlängert. Der Hersteller hatte die Maßnahme mit sinkenden Nettoumsätzen begründet. Beim OTC-Sortiment sollten die Konditionen so bleiben wie zuvor.

Die Noweda hatte reagiert und den Apothekern ihrerseits ab April das Skonto für Rx-Artikel der beiden Hersteller komplett gestrichen. Später einigte man sich; andere Großhändler sind derzeit nur eingeschränkt lieferfähig, weil sie zu den alten Konditionen bestellen.

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