Apothekenkooperationen

Parmapharm führt Filialbeitrag ein

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Berlin -

Die Apothekenkooperation Parmapharm („Gesund ist bunt“) hat die Beiträge angepasst. Die Erhöhung trifft jedoch nur Gesellschafter mit Filialapotheken. Inhaber mit mehr als einer Apotheke müssen künftig pro Standort 50 Euro pro Monat mehr zahlen. Die Anpassung wurde auf der Gesellschafterversammlung trotz Gegenstimmen beschlossen.

Bereits im vergangenen Jahr haben die Gesellschafter bei ihrem jährlichen Treffen über Filialbeiträge diskutiert. Zu einem Beschluss kam es am vergangenen Freitag in Potsdam. Rund 50 der insgesamt 250 Gesellschafter waren anwesend. Die Erträge aus den Filialbeiträgen sollen in Projekte der Bielefelder Kooperation investiert werden. „Wir brauchen die Kapitaldecke, um uns zu bewegen“, sagt Marketingleiter Guido Greger.

Über die Erhöhung wurde diskutiert. Die Parmapharm habe einen hohen Filialisierungsgrad mit etwa 100 Apotheken. Nicht alle Apotheker seien damit einverstanden gewesen. Manche Gesellschafter hätten dagegen sogar 100 Euro vorgeschlagen, so Greger. Der Austausch sei konstruktiv gewesen. Der Monatsbeitrag für die Hauptapotheke liegt bei 300 Euro. „Wir sind insgesamt moderat unterwegs.“

Einstimmig wurde die neue Verteilung der Überschüsse der Tochterfirma GIB Pharma beschlossen. Das Unternehmen stellt die Eigenmarken für die Kooperation her und beliefert auch andere Apotheken. Gewinne sollen ab Ende 2019 auch an die Gesellschafter weitergegeben werden. Der Jahresüberschuss der Kooperation stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 6 Prozent auf rund 530.000 Euro und wird komplett an die Apotheker ausgeschüttet.

Die Gesellschafter diskutierten auch über das Thema Digitalisierung. „Wir erschließen die neuen digitalen Möglichkeiten für unsere Gesellschafter und behalten dabei gleichzeitig den Kunden mit seinen persönlichen Bedürfnissen im Fokus“, sagte Geschäftsführer Thomas Worch. Ein neues Angebot ist eine Software für die Botendienststeuerung. Dafür arbeitet die Kooperation mit der nordrhein-westfälischen Firma Bluebizz zusammen. Der EDV-Dienstleister optimiert laut eigenen Angaben die Routen der Boten und reduziert die Fahrtzeit um 20 Prozent. Ein schneller Botendienst sei angesichts eines regionalen Onlineshops wichtig, so Greger.

Seit Anfang Juni kooperiert Parmapharm mit der Lieferplattform „Curacado“. Frontmann des Konzepts ist der Nürnberger Apotheker Ralf König, der einen bundesweiten, aber regional organisierten Versandhandel von Vor-Ort-Apotheken aufbauen will. Gerade auf dem Land werde der Versand von Arzneimitteln immer wichtiger, so Greger. Zudem seien immer mehr ältere Menschen im Internet unterwegs. „Die Apotheken müssen sich auf das veränderte Nutzungsverhalten einstellen.“

Bei dem Treffen in Potsdam waren insgesamt 150 Teilnehmer, darunter Apothekenmitarbeiter und Industriepartner, anwesend. Die Kooperation wurde 1994 gegründet. Bundesweit gibt es rund 350 Partnerapotheken. 2003 wurde die Dachmarke „Gesund ist bunt“ eingeführt.

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