Apothekenkooperationen

Parmapharm geht in die Vollen

, Uhr
Berlin -

Die Mitglieder der Parmapharm („Gesund ist bunt“) haben eine Durststrecke hinter sich. Jetzt hat die Kooperation mit ihren Eigenmarken den Break even geschafft – und feiert das mit einer großzügigen Ausschüttung: Der gesamte Jahresüberschuss geht an die Apotheker. Derweil gibt es im Aufsichtsrat Veränderungen.

2014 hat die Parmapharm einen Nettogewinn von 412.000 Euro erwirtschaftet, fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Der Betrag wird komplett ausgeschüttet, die Rücklage damit bei rund 500.000 Euro belassen. 5 Prozent der Summe werden nach Köpfen ausbezahlt, der Rest nach getätigtem Umsatz mit den OTC-ZR-Partnern. Im Durchschnitt bekommt jeder der 250 Gesellschafter 1650 Euro.

Damit nähert sich die Kooperation dem Niveau vor dem Ausflug ins Eigenmarkengeschäft. 2008 hatten die Bielefelder gemeinsam mit Axcount und Axea die Firma GIB Pharma gegründet, die seitdem fast durchweg in den roten Zahlen manövrierte. Das Eigenkapital war schon kurz nach der Gründung aufgezehrt; 2011 war die Überschuldung so groß, dass die Parmapharm nur mit Mühe dafür hätte gerade stehen können. Es war die Zeit, als sich die Wege der Apotheker und ihrer Partner – Axicorp, Tobias Loder und Ernst Jan Rolloos sowie Andreas Hündgen – trennten. Geschäftsführer in Hannover ist seitdem Olaf Wiedey.

Immerhin: Die Eigenmarken haben mittlerweile einen festen Platz in den Parmapharm-Apotheken. 200 Apotheker machen mit; im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz der OTC-Präparate, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika und Schüßler-Salze um 10 Prozent auf rund 550.000 Euro. Die Zahl der verkauften Packungen stieg um 8,5 Prozent.

Bei der Gesellschafterversammlung in Heidelberg wurde auch ein neuer Aufsichtsrat gewählt. Elke Dresia (Stadt-Apotheke, Bad Fallingbostel) trat nicht noch einmal zur Wahl an, ihr Nachfolger ist Thomas Beck (Augusta-Apotheke, Düsseldorf). Wiedergewählt wurden Ulrich Schwarze (beauty alliance, Bielefeld) und Gökhan Göymen (Herz-Apotheken, Hannover und Langenhagen).

Vorsitzender ist Florian Picha (Internationale Ludwigs-Apotheke, München), weitere Mitglieder sind Pierre Theuerkauf (Egelsbach-Apotheke, Egelsbach), Tom Vetter (John-Brinckman-Apotheke, Rostock) und Dr. Harald Perschbacher (Schloss-Apotheke, Babenhausen). Dr. Steffan Ritzenhoff (creos Lernideen + Beratung, Bielefeld), bislang kooptiertes Mitglied, scheidet aus dem Aufsichtsrat aus.

Geschäftsführer sind Thomas Worch und Frank Stuhldreier. 1994 gegründet, gehört die Parmapharm neben dem MVDA/Linda zu den ältesten Apothekenkooperationen in Deutschland. Jahrelang war sie außerdem der größte Verbund ohne Anbindung zum Großhandel, Unstimmigkeiten und Managementfehler manövrierten den Zusammenschluss in die Defensive. Die Aufnahme in den Verbund kostet 2800 Euro. Zusätzlich wird eine Einlage von 250 Euro fällig. Monatlich zahlen die Mitglieder einen Beitrag von 300 Euro.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags wurde fälschlicherweise auch Markus Fischer als Gründer von Axea genannt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Noweda fragt nach Verbraucherinteressen
Umfrage: Verfügbarkeitsabfrage wichtiger als Online-Shop
„How Pharmacies Were Ruined By Corporate Greed“
USA: Warum niemand in CVS-Apotheken arbeiten will
Mehr aus Ressort
BGH entscheidet zu Abfindung
Stada: Aktionäre bekommen Nachschlag

APOTHEKE ADHOC Debatte