Zwischen Verpackungsmüll und Pflege

Öko-Test: Gesichtsmasken aus der Apotheke

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Berlin -

Mittlerweile hat fast jeder Hersteller von Apothekenkosmetik auch Gesichtsmasken im Angebot. Diese sind entweder für eine Einmalanwendung in Sachets oder in einer Tube für den mehrmaligen Gebrauch abgepackt. Öko-Test hat nun einige Apotheken-Vertreter unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist durchwachsen.

Mit 49 Masken hat Öko-Test diesmal einen großen Test gestartet. Mit dabei zehn Produkte die in Apotheken vertreten sind. Masken sollen die tägliche Pflegeroutine ergänzen und durch reichhaltige Texturen oder Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure die Haut durchfeuchten. Wie bei allen Kosmetikprodukten kann man auch bei Gesichtsmasken keine Wunder in puncto Faltenreduktion & Co. erwarten. Dennoch erfreuen sich Masken großer Beliebtheit, denn das Auftragen für 10 bis 15 Minuten wird von vielen Anwender:innen als kleine Auszeit empfunden. Doch laut Öko-Test lohnt sich ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe – nicht alle Masken sind gut für Haut und Umwelt.

Belastung für die Umwelt

Ein Produkt, dessen Verpackung bereites nach einmaliger Anwendung im Müll landet – ökologisch geht anders. Deshalb rät Öko-Test auch zur DIY-Maske. Ob nun klassisch mit Quark und Gurke oder experimentierfreudiger mit verschiedenen Ölen, Kaffeesatz & Co. – wer zu Hause selbst anmischt spart Verpackungsmüll. Öko-Test kritisiert zudem, dass rund die Hälfte aller Produkte die für die Natur nur schwer abbaubaren synthetischen Polymere enthält. Wie immer finden sich in einigen Masken auch PEG-Derivate und halogenorganische Verbindungen.

Von „sehr gut“ bis „mangelhaft“

Ganz vorne mit dabei sind die Masken von Wala, Hildegard Braukmann und Salthouse. Sowohl die Dr. Hauschka Reichhaltige Maske, als auch die Hildegard Braukmann Essentials Erfrischungsmaske und die Totes Meer Tuchmaske Anti-Hautstress erhalten das Testergebnis „sehr gut“. Die Maske von Dr. Hauschka gehört mit 34 Euro pro Tube (30 ml) zu den teuersten Produkten im Test.

Mit „gut“ schneiden unter anderem die Caudalie Vinosurce-Hydra Feuchtigkeit Spendende Creme-Maske, die Medipharma Cosmetics Olivenöl Feuchtigkeitsmaske (Dr. Theiss) und die Hydro Gel Mask von Annemaire Börlind ab.

Nur „befriedigend“ erhalten die Luvos Heilerde Feuchtigkeitsmaske mit Madenöl und die Avène Tolérance Extreme Maske (Pierre Fabre). Dabei gibt es bei der Heilerde Maske seitens des Verbrauchermagazins einen großen Kritikpunkt. In der Rezeptur konnte Arsen nachgewiesen werden. Laut Öko-Test ist Arsen vor allem in seiner anorga-nischen Form Arsen hochgiftig. „Zwar geht hier keine akute Gefahr für die Verbraucherinnen aus – trotzdem sind zu hohe Mengen unerwünscht.“ Darüber hinaus lag der ermittelte Wert über dem vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) empfohlenem Wert.

Vichys Mineral-Maske Feuchtigkeitsspendend erhält nur das Gesamturteil „ausreichend“. Öko-Test kritisiert das Vorhandensein von PEG und PEG-Derivaten. Darüber hinaus enthält das Produkt Duftstoffe.

Mit „mangelhaft“ durchgefallen ist die Eucerin Hyaluron-Filler Hyaluron Intensiv-Maske Anti-Age (Beiersdorf). Neben PEG und PEG-Derivate, sowie enthaltenen Duftstoffen kritisiert Öko-Test das Fehlen des Wirksamkeitsnachweises zum Anti-Aging-Wirkversprechen. Die Verpackung enthält keinen Rezyklatanteil. Hierunter versteht man den Anteil in der Verpackung der aus wieder aufbereitetem Kunststoff besteht. Dabei existieren zwei Gruppen von Rezyklaten: Zum einen gibt es die Post Industrial Rezyklate, die aus industriellen Abfällen gewonnen werden und zum anderen die Post Consumer Rezyklate, die aus Abfällen von Endverbrauchern gewonnen werden.

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