OTC-Sparte soll an die Börse

GSK-Spinoff Haleon: Pfizer will raus

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Berlin -

In Kürze soll die OTC-Sparte von GlaxoSmithKline (GSK) an die Börse. Der Pharmakonzern will sich komplett auf den Rx-Bereich fokussieren, allerdings ein kleines Paket behalten. Bislang hatte sich Juniorpartner Pfizer nicht zu seinen Plänen geäußert. Nach Medienberichten soll das 32-prozentige Paket verkauft werden.

Die Sparte GSK Consumer Healthcare geht aber auf mehrere Hersteller zurück: Novartis hatte seine Aktivitäten im nicht verschreibungspflichtigen Bereich 2015 in ein Gemeinschaftsunternehmen mit GSK eingebracht und seinen 36,5-prozentigen Anteil 2018 für 13 Milliarden US-Dollar an GSK verkauft. Ein Jahr später folgte der Merger mit der OTC-Sparte von Pfizer, der seitdem 32 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen hält.

Im Juli soll die Sparte an die Börse, zuvor müssen die Aktionäre noch zustimmen. GSK spricht von der größten strategischen Umstrukturierung in der Geschichte. GSK will nur 6 Prozent behalten, der Rest soll an die eigenen Aktionäre gehen. Pfizer könnte mit seinem Paket der größte Einzelaktionär werden, doch laut Medienberichten plant der Konzern den Ausstieg. Die Financial Times zitiert CEO Albert Bourla mit der Aussage, die Sparte sei kein strategisches Investment. Allerdings werde man in disziplinierter Weise verkaufen, sodass der Aktienkurs nicht in Mitleidenschaft gezogen werde. Tatsächlich sieht die Vereinbarung bestimmte Sperrfristen vor.

Im Vorfeld des Börsengangs soll es aber noch einen warmen Geldregen für die beiden heutigen Eigentümer geben: Im Rahmen einer außerordentlichen Dividende sollen 7 Milliarden Britische Pfund in die Kasse von GSK fließen, weitere 3 Milliarden Pfund an Pfizer. Die Verschuldung steigt dadurch auf mehr als das Vierfache des operativen Ergebnisses (Ebitda), soll aber bis Ende 2024 wieder auf weniger als das Dreifache sinken. Zwar kostet der Betrieb des neuen Unternehmens bis zu 200 Millionen Pfund mehr pro Jahr. Doch alleine die Integration von Pfizer-Marken soll am Ende 600 Millionen Pfund an Einsparungen pro Jahr bringen, die noch nicht in vollem Umfang realisiert wurden. Der Umsaz von 9,5 Milliarden Pfund soll alleine in diesem Jahr um 4 bis 6 Prozent wachsen.

Zum Portfolio gehören erfolgreiche Marken wie Voltaren, Otriven, Centrum, Vitasprint und Chlorhexamed oder auch Panadol, Advil und Theraflu. Auch im Mass Market ist der Konzern aktiv und insbesondere im Bereich der Mundhygiene mit Marken wie Sensodyne, Dr. Best, Odol Med 3 und Parodontax erfolgreich. Mehrere kleinere Marken wurden zuletzt verkauft, unter anderem Cetebe und Lemocin an Stada sowie Baldriparan und Spalt an PharmaSGP.

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