Großhandel

Sanacorp fordert 6 Prozent Marge

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Berlin -

Sanacorp-Vorstand Frank Henning hat beim Besuch einer SPD-Delegation in der Niederlassung in Hannover auf die schlechte wirtschaftliche Situation des Pharmagroßhandels hingewiesen. Er monierte die gesunkenen Margen der Großhändler bei gleichzeitig steigendem Aufwand. Außerdem forderte Henning die Politiker zum Schutz vor „unsinnigen“ EU-Vorschriften auf.

Die Sanacorp als Genossenschaft stelle die unabhängigen Invidividualapotheker in den Mittelpunkt ihres Handelns, so Henning. Dies sei im Hinblick auf die Internationalisierung des Pharmagroßhandels wichtig. Nur selbstständige und inhabergeführte Apotheken stünden für eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Beratung.

Henning wies die SPD-Abgeordneten aus dem Bundes- und Landtag – darunter Caren Marks (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium – darauf hin, dass die Marge des Großhandels deutlich zurückgegangen sei. Gleichzeitig seien die zusätzlichen Belastungen „sprunghaft“ gestiegen: Aktuell liege die Großhandelsmarge bei unter 5 Prozent; um wirtschaftlich arbeiten zu können, sei jedoch mindestens eine Marge von 6 Prozent notwendig.

Sanacorp hat alleine am Standort Hannover 180 Mitarbeiter. Laut Henning setzt der Mindestlohn die Branche ebenso unter Druck wie die Vorleistungen im Rahmen von Securpharm. Gleichzeitig nähmen die verwaltungstechnisch aufwendigen Betäubungsmittel genauso zu wie die ertragsschwachen Hochpreisartikel und der Aufwand mit Rabattvertragsarzneimitteln.

Henning, der im Vorstand von Sanacorp für Einkauf, Vertrieb und Kooperationen zuständig ist, appellierte an die SPD-Politiker, sich für eine „sinnvolle“ Umsetzung der EU-Richtlinie zur Good Distribution Practice (GDP) einzusetzen. Die Qualität von Arzneimitteln hat aus Sicht der Apothekergenossenschaft oberste Priorität. Dass für etablierte Pharmagroßhändler und Internet-Versandhändler unterschiedliche Vorgaben gelten, sei „nicht nachvollziehbar“.

Auch der Großhandelsverband Phagro beklagte Anfang des Jahres einen „dramatischen Spannenverfall“ und kündigte entsprechende Forderungen in Richtung Politik an. Auf dem Großhandelstag in Berlin am 20. Mai forderte Phagro-Chef Dr. Thomas Trümper eine Erhöhung des Honorars: Unter dem Strich wolle man die Belastung aus dem AMNOG zurückholen.

Nach eigenen Angaben hatte die Sanacorp im vergangenen Jahr mit ihren Gesellschaften einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro. Mit insgesamt rund 3000 Mitarbeitern in 16 Niederlassungen sorge das Unternehmen dafür, dass etwa 8000 Apotheken im gesamten Bundesgebiet rund um die Uhr „sicher und zuverlässig“ mit Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten beliefert würden.

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