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Glaxo/Novartis: München schlägt Hamburg

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Berlin -

Beim neuen Gemeinschaftsunternehmen von GlaxoSmithKline (GSK) und Novartis ist eine weitere Entscheidung gefallen: Die Region Deutschland/Österreich/Schweiz (DACH) wird künftig vom bisherigen Novartis-Standort in München aus gesteuert. Die GSK-Zentrale für Nordwesteuropa in Hamburg wird aufgegeben.

Seit März ist das neue Gemeinschaftsunternehmen GSK Consumer Healthcare am Start – mit Standorten in München, Hamburg und Bühl. Das Hamburger Büro werde geschlossen, bestätigte eine Sprecherin einen Bericht des Fachmagazins Healthcare Marketing. „Wir gehen davon aus, dass ein Umzug nach München Anfang 2016 stattfinden wird.“

Die Zusammenlegung der Standorte trage dazu bei, die Komplexität zu reduzieren und Entscheidungsprozesse im Unternehmen zu beschleunigen, so die Sprecherin weiter. Eine Entscheidung zum Standort Bühl sei noch nicht getroffen und werde in den kommenden Wochen erwartet.

Ebenfalls Anfang Juni soll das Personaltableau stehen. Mit Anton van de Putte und Frank Hauerken haben die beiden bisherigen Verantwortlichen bereits Platz gemacht für den bisherigen OTC-Europachef von Novartis, Erhard Heck. Er hat die Verantwortung für die DACH-Region übernommen. Das Europa- und Amerikageschäft leitet Brian McNamara (Novartis), die Gesamtverantwortung hat Emma Walmsley (GSK).

Über die Positionen auf den nachgelagerten Ebenen muss jetzt entschieden werden. OTC-Vertriebsleiter bei Novartis in der DACH-Region ist Stefan Walk, für das Marketing ist Nicole Kettenus-Schwarz zuständig. Bei GSK sind Produktmanagement und Marketing bislang überregional strukturiert: Das Marketing für den Bereich Oral Health im erst vor drei Jahren eingerichteten Cluster Nordwesteuropa leitet Pauline Silverman, für alle anderen Produkte ist Misel Ahom zuständig.

Die Vertriebsleitung für den deutschsprachigen Raum lag bislang bei van de Putte; den Apothekenaußendienst leitet Christoph Hinnenberg, für den Mass Market ist Björn Schwarz zuständig.

Mit einem Umsatz von rund 200 Millionen Euro ist Novartis nach Bayer und Ratiopharm die Nummer 3 im deutschen OTC-Markt, vor Klosterfrau, Stada, Boehringer, Hexal, Schwabe und J&J. 56 Prozent der Erlöse werden mit Voltaren-Produkten erwirtschaftet, andere Marken sind Fenistil, Lamisil, Otriven, Lemocin, Rhinomer, Omniflora, Venoruton, Sweatosan, NeoTussal, Döderlein, Importal, Privin und Tavegil. Insgesamt beschäftigt Novartis in diesem Bereich rund 200 Mitarbeiter, davon sind 70 im Außendienst tätig.

GSK erlöst hierzulande mit Consumer-Produkten rund 350 Millionen Euro. Der größte Teil entfällt allerdings auf Mundspüllösungen sowie Zahnpasten und -bürsten: Mit Marken wie Chlorhexamed und Corsodyl (Apotheke) sowie Dr. Best, Corega, Odol/Odol-med3, Parodontax und Sensodyne kommt der britische Konzern auf einen Marktanteil von rund 25 Prozent im Bereich der Mundhygiene.

Das OTC-Geschäft in der Apotheke ist nach dem Verkauf verschiedener nur regional bedeutender Marken an Omega auf rund 60 Millionen Euro eingebrochen, von denen die Hälfte auf Chlorhexamed entfällt. Rund 550 Mitarbeiter sind im Bereich Consumer tätig.

Weltweit ist das neue Gemeinschaftsunternehmen mit einem Umsatz von zehn Milliarden US-Dollar künftig die Nummer 1 im OTC-Geschäft vor Bayer mit 7,4 Milliarden Dollar sowie Johnson & Johnson (J&J). Mehr als die Hälfte des Geschäfts entfällt auf Marken mit Erlösen von jeweils mehr als 300 Millionen Dollar. Novartis könnte sich auf Strecke aus dem Unternehmen zurückziehen.

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