Generikakonzerne

Actavis kauft Forest

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Berlin -

Der US-Generikakonzern Actavis will den Konkurrenten Forest Laboratories für rund 25 Milliarden US-Dollar (18,2 Milliarden Euro) übernehmen. Das Angebot besteht aus 30 Prozent Bargeld und 70 Prozent Aktien, sodass die Forest-Aktionäre am Ende etwas mehr als ein Drittel der Actavis-Eigner stellen werden. Mit einem Umsatz von mehr als 15 Milliarden Dollar rückt der neue Konzern dem Branchenprimus Teva näher.

Das neue Unternehmen hat seinen Schwerpunkt in Nordamerika: Nur 15 Prozent des Umsatzes macht Actavis künftig im Ausland, weitere 10 Prozent entfallen auf die Lohnherstellung. Erst kürzlich hatte der US-Konzern sein Geschäft in Westeuropa an die indische Aurobindo verkauft.

Wie Teva schwingt sich Actavis vom Generikaanbieter zu einem integrierten Hersteller auf: Jeweils die Hälfte des Umsatzes sollen künftig auf Generika und Originalpräparate entfallen; derzeit sind es bei Actavis 30 Prozent.

Besonders stark ist Actavis dann in den Segmenten ZNS (2 Milliarden Dollar), Gastroenterologie und Frauengesundheit (je 1 Milliarde Dollar) sowie kardiovaskuläre Erkrankungen, Urologie und Dermatologie (je 500 Millionen Dollar).

Forest erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 3,1 Milliarden Dollar; 1,5 Milliarden Dollar entfallen auf Namenda (Memantin). Der Patentablauf von Lexapro (Escitalopram) im Jahr 2012 hatte den Hersteller Erlöse von rund 2 Milliarden Dollar gekostet. Erst vor wenigen Wochen hatte Forest den Konkurrenten Aptalis für 2,9 Milliarden US-Dollar gekauft.

Vor drei Jahren erwirtschaftete Actavis, damals noch Watson, einen Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar. Nach dem Zukauf des ehemals isländischen Generikakonzerns und des Spezialanbieters Warner Chilcott kommen die Amerikaner derzeit auf 10,6 Milliarden Dollar. Mit Forest kommt nun noch einmal gut die Hälfte obendrauf.

Die Übernahme soll zu Einsparungen von 1 Milliarde Dollar jährlich führen, ein Teil davon durch Steuervorteile. Actavis hatte seinen Sitz formal nach Dublin in Irland verlegt, um in seinem Heimatland weniger an den Fiskus bezahlen zu müssen. Firmenchef ist und bleibt Paul Bisaro.

Zu den Profiteuren des Geschäfts zählt der bekannte Finanzinvestor Carl Icahn, der momentan vor allem als Apple-Großaktionär Schlagzeilen macht. Der Amerikaner sitzt im Verwaltungsrat von Forest und ist zweitgrößter Anteilseigner. Icahn hatte Forest im vergangenen Jahr bereits ins Schaufenster gestellt, als er das Unternehmen als „exzellenten“ Übernahmekandidaten bezeichnet hatte. Mit einer vollen Produkt-Pipeline sei Forest einen „dicken Premium-Aufschlag“ wert.

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