Phoenix Spezial

Der Gigant als Übernahmekandidat

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Mit Spannung sieht die Branche der Zukunft des Pharmahändlers Phoenix entgegen. Gerade vermeldeten Nachrichtenagenturen, dass die Merckle-Gläubigerbanken den Konzern bereits ab Februar für bis zu sechs Milliarden Euro an den Mann bringen wollen. Wie auch immer solche Spekulationen zu bewerten sind - wettbewerbsrechtlich kämen für eine Komplettübernahme wohl nur Finanzinvestoren oder Mitbewerber aus Übersee in Frage.

Für die europäischen Pharmahändler dürften nur Teile des Unternehmens interessant sein. Vor allem Celesio und Alliance Boots könnten, eine ausreichende Kapitaldecke vorausgesetzt, im Falle einer Zerschlagung des Giganten relativ bequem weiße Flecken auf der Landkarte ihrer Beteiligungen schließen.

Phoenix-Chefarchitekt Dr. Bernd Scheifele hatte innerhalb des Konzerns andere Schwerpunkte gesetzt als die Kollegen der beiden Mitbewerber, die vor allem in Westeuropa auf Einkaufstour waren. Phoenix ist in Osteuropa und Skandinavien stark; hier haben, abgesehen von Norwegen und Beteiligungen in Dänemark, Tschechien sowie Slowenien, weder Celesio noch Alliance Boots bislang in größerem Maßstab Fuß gefasst.

Auf der anderen Seite liegt Phoenix in Großbritannien und Frankreich weit hinter den Marktführern; in Ländern wie Irland, Belgien, Portugal oder Spanien ist der Merckle-Konzern überhaupt nicht vertreten. Dafür ist Phoenix als Großhändler in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Bulgarien und Kroatien Marktführer - kleineren Ländern mit Umsätzen unter einer Milliarde Euro, aber Wachstumspotenzial und guter Marktabdeckung.

Sehr einträglich sind die skandinavischen Märkte: In Finnland und Dänemark ist Phoenix die Nummer 1. In Schweden, wo noch in diesem Jahr mit der Zerschlagung des staatlichen Apothekenmonopols und der Zulassung von Ketten gerechnet wird, haben sich die paneuropäischen Konzerne bereits in Startposition gebracht. Bislang war hier nur Phoenix als einer von zwei Exklusivgroßhändlern aktiv gewesen.

Österreich und vor allem Deutschland könnten für Alliance Boots für einen Neueinstieg von Interesse sein - hier hat Celesio bereits signifikante Marktpositionen erreicht. Dagegen könnten die Stuttgarter in den Niederlanden und in Italien noch wachsen. In der Heimat von Boots-Boss Stefano Pessina hatte Phoenix durch Zukäufe eine deutlich stärkere Position erreicht als dessen eigener Großhändler.

In der Schweiz ist Celesio gar nicht, Alliance Boots über eine Minderheitsbeteiligung vertreten. Hier hatte Phoenix zuletzt zugekauft. Auch die Minderheitsbeteiligung an einem der größten Großhändler in Russland könnte von Interesse sein. Anders als Alliance Boots ist Celesio nach den Gesprächen mit Protek in Russland bislang offenbar nicht weiter gekommen.

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