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CGM füllt Kriegskasse, firmiert um

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Berlin -

Der Softwarekonzern CompuGroup Medical (CGM) hat sich frisches Geld besorgt. Die Ausgabe von neuen Aktien spülte 341 Millionen Euro in die Kasse, die nach Abzug der Kosten für neue Zukäufe genutzt werden sollen. Firmengründer Frank Gotthardt hat zwar die Mehrheit abgegeben, aber kurz zuvor die Kontrolle gesichert.

Im Wege eines beschleunigten Platzierungsverfahrens wurden 5,3 Millionen Aktien zu einem Preis von 64 Euro je Aktie platziert. „Wir freuen uns über den Vertrauensbeweis des Kapitalmarkts, der unsere gute Geschäftsentwicklung zusätzlich unterstützt“, sagt Finanzvorstand Michael Rauch.

Der Nettoemissionserlös soll dazu verwendet werden, „weitere finanzielle Stärke und Flexibilität zu gewinnen, um attraktive Wachstumspotentiale in Verbindung mit den signifikanten Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen zu erschließen“. „Seit Gründung hat CompuGroup Medical mehr als 100 Unternehmen erfolgreich integriert. Das zusätzliche Eigenkapital soll uns ermöglichen, weiterhin organisch zu wachsen und bei sich bietenden Gelegenheiten unseren erfolgreichen Track Record bei M&A-Aktivitäten fortzusetzen“, so Gotthardt.

Zuletzt hatte CGM den französischen Softwareanbieter Epsilog übernommen und durch den Erwerb des deutschen und spanischen IT-Healthcare-Portfolios von Cerner weitere Grundlagen des Wachstums und der Erschließung neuer regionaler Märkte geschaffen.

Spätestens im Januar will Gotthardt sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen und den Vorstandsvorsitz an Dirk Wössner abgeben. Der Firmengründer wechselt dann in den Aufsichtsrat. Auch wenn er und seine Familie nicht mehr die Mehrheit der Aktien halten, haben sie sich die langfristige Kontrolle gesichert: Bei der Hauptversammlung im Mai wurde die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) beschlossen.

Die persönlich haftende Gesellschafterin wird mittelbar von Gotthardt als beherrschendem Gesellschafter gehalten; er hält mehr als 99 Prozent der Anteile. Ziel sei es, bei Kapitalmaßnahmen die „identitätsstiftende Stellung“ des Mehrheitsaktionärs nicht zu gefährden, hieß es im Vorfeld. Durch eine Trennung der Corporate Governance einerseits und der Kapitalbeteiligung andererseits sollte der Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert werden bei gleichzeitiger Bindung der „Ankeraktionäre“. Die Kapitalbeteiligung von Gotthardt werden in einen „strukturell vermittelten Einfluss“ gewandelt, der von Kapitalmaßnahmen unabhängig sei.

Bislang hielt Gotthardt, seine Frau und sein Sohn gemeinsam mit Dr. Reinhard Koop 50,6 Prozent der Anteile, unter Berücksichtigung der von CGM gehaltenen eigenen Aktien ohne Stimmrechte waren es 55,6 Prozent.

Gotthardt hatte 1987 den Grundstein für CGM gelegt und gemeinsam mit vier Zahnärzten das Vorgängerunternehmen Dentev gegründet. Inzwischen ist die CGM eines der weltweit führenden Unternehmen für Informationstechnologie in der Gesundheitsversorgung mit eigenen Standorten in 19 Ländern und über 5500 Mitarbeitern. Mehr als eine Million Mediziner, Pflegekräfte und viele andere Gesundheitsberufe nutzen nach Firmenangaben die Softwaresysteme in 56 Ländern weltweit.

 

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