Finanzkrise

Apobank: Mitgliedern droht Nullrunde

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Den rund 100.000 Mitgliedern der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) droht seit Jahren erstmals eine Nullrunde. Sollten die Belastungen infolge der Abschreibungen die Ertragslage komplett überschatten und der Bank rote Zahlen bescheren, erwägen die Gremien der Bank nach Informationen aus Finanzkreisen in diesem Jahr den Verzicht auf eine Dividendenzahlung.

Zwar hat sich laut Bankchef Herbert Pfennig das Kerngeschäft positiv entwickelt; insbesondere bei der Kreditvergabe für Existenzgründer konnte die Apobank angesichts der allgemeinen Kreditklemme nach eigenen Angaben ihren Marktanteil ausbauen. Das Provisionsgeschäft legte demnach weniger stark zu.

Es könnte aber knapp werden: Im ersten Halbjahr hatte die Apobank bei der Risikovorsorge 124 Millionen Euro ausgewiesen; die jüngsten Abschreibungen bewegen sich laut Bank im „niedrigen dreistelligen Millionenbereich“. Sollten die Erträge auf Vorjahresniveau bei rund 316 Millionen Euro liegen, bliebe für eine schwarze Null nicht allzu viel Luft.

2008 hatte die Apobank zwar ebenfalls 338 Millionen Euro abschreiben müssen, jedoch ältere Vorsorgereserven in Höhe von 131 Millionen Euro auflösen und dadurch mit einem Bilanzgewinn von 59,6 Millionen Euro aus dem Rennen gehen können. Die Dividende lag bei 6 Prozent.

Das war noch unter Bankchef Günter Preuß. Jetzt unterzieht dessen Nachfolger die Bank einer Radikalkur: Pfennig will keine bekannten Belastungen mit ins neue Jahr nehmen. Daher die Abschreibungen, die nach der Prüfung des Portfolios notwendig geworden waren. Im ersten Halbjahr war der Anteil der strukturierten Finanzprodukte mit Top-Rating von 76 auf 53 Prozent gesunken. Der Anteil der Papiere im roten Bereich war im Vergleich zu Ende 2008 von 2 auf 19 Prozent gestiegen. Mittlerweile soll sich der Bestand stabilisiert haben.

Bis 2014 will Pfennig den Ausflug der Apobank in den Kapitalmarkt beendet haben. Schneller geht es nicht, da Papiere im Wert von 2,7 Milliarden Euro eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren haben. Notverkäufe, so genannte „Fire sales“ schließt man bei der Apobank aber aus; vielmehr soll der Abbau organisch durch Fälligkeiten oder Verkaufsgelegenheiten erfolgen.

Mit einem Jahr Verspätung könnte sich die Apobank in die Riege namhafter Kredithäuser einreihen, deren Eigentümer vorübergehend auf Auszahlungen auf ihre Einlagen verzichten müssen. Allerdings soll die Nullrunde die „absolute Ausnahme“ bleiben: Schon in den kommenden Jahren will die Apobank wieder dividendenfähig sein.

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