Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt

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Berlin -

Der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen ist in der Schwangerschaft erhöht. Vor allem Jod und Folsäure sollten entsprechend supplementiert werden, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Die Arbeitskreise  Folsäure & Gesundheit sowie Jodmangel e.Vmelden jedoch nun, dass nur die Hälfte der Schwangeren diese Supplemente wie empfohlen einnimmt. Grundlage der Meldung ist eine aktuelle Studie.

Die „SuSe II-Studie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zeigt, dass viele Schwangere noch immer nicht ausreichend über die Notwendigkeit einer Versorgung mit Jod und Folsäure informiert sind. Die Studie wird alle vier Jahre im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft erstellt und ist Teil des Ernährungsberichts der DGE.

Supplemente zu spät oder gar nicht eingenommen

Insgesamt wurden knapp 1000 Frauen im Rahmen der Untersuchung befragt: Den aktuellen Ergebnisse zufolge verwendeten viele Frauen keine entsprechenden Supplemente, einige nahmen sie erst zu spät ein – knapp 82 Prozent nahmen zwar ein Folsäurepräparat ein, weniger als die Hälfte hatte jedoch wie empfohlen bereits vor der Schwangerschaft mit der Einnahme begonnen. Auch eine frühzeitige Supplementierung von Jod fand nur etwa bei der Hälfte der Frauen statt.

„Der Bedarf an den meisten Vitaminen und Mineralstoffen nimmt erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat zu und lässt sich durch eine ausgewogene Lebensmittelauswahl gewährleisten. Aber Folsäure und Jod bilden eine Ausnahme“, erklärt Gynäkologe Dr. Klaus Doubek, Beiratsmitglied der Arbeitskreise Folsäure und Gesundheit sowie Jodmangel e.V. „Ihr Bedarf ist quasi ab der Empfängnis erhöht und sollte neben der Ernährung über die zusätzliche Einnahme von entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln gedeckt werden.“ Frauen mit Kinderwunsch sollten daher bereits frühzeitig über die bedarfsgerechte Vitamin- und Mineralstoffversorgung und eine entsprechende Supplementierung aufgeklärt werden – idealerweise im Rahmen der regelmäßigen Vorsorge, appelliert der Gynäkologe.

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