Schweiz

Gesetzesinitiative: Löhne von Kassenchefs deckeln! Tobias Lau, 09.09.2019 13:52 Uhr

Berlin - Alle Jahre wieder gibt es eine Diskussion über die Gehälter der Kassenchefs. In der Schweiz ist das nicht anders: Während die Kassen hierzulande jeden Frühling ihre Pflichtangaben im Bundesanzeiger veröffentlichen, erscheint in der Schweiz jährlich eine viel beachtete Studie zu den Gehältern der Kassenchefs und sorgt für Erregung. Die könnte jetzt erstmals Folgen haben: Die regierenden Sozialdemokraten wollen die Gehälter deckeln – ein Kassenchef soll nicht mehr verdienen dürfen als ein Minister. Die konservative Partei zeigt sich offen für den Vorschlag.

Auf ihre Schweizer Kollegen könnten die deutschen Kassenchefs wohl neidisch sein: Ihr Salär liegt in der Spitze mehr als doppelt so hoch – bei einem Bruchteil der Versichertenzahlen. Am besten entlohnt wird in der Eidgenossenschaft Daniel Schmutz. Der 53-Jährige verdient als Geschäftsführer des Krankenversicherers Helsana 810.100 Schweizer Franken (741.000 Euro) im Jahr – mehr als doppelt so viel wie der deutsche Bestverdiener Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK). Baas erhielt vergangenes Jahr 333.716 Euro. Zum Vergleich: Die TK hat 10,4 Millionen Versicherte, Helsana 1,9 Millionen.

Auf den Plätzen 2 und 3 sind die Abstände zwischen Deutschland und der Schweiz genauso groß: CSS-Chefin Philomena Colatrella erhielt vergangenes Jahr 766.565 Schweizer Franken (701.704 Euro), Barmer-Chef Christoph Straub bekam 297.512 Euro. Die CSS hat rund 1,7 Millionen Versicherte, die Barmer rund 9 Millionen. Kurz hinter Colatrella folgt Assura-Chef Ruedi Bodenmann mit 758.271 Franken (693.863 Euro). DAK-Chef Andreas Strom erhielt 284.000 Euro. Assura hat rund 1,1 Millionen Versicherte, die DAK Gesundheit knapp 5,7 Millionen.

Besonders erregt in der Schweiz die wachsende Schere zwischen den wirtschaftlichen Kennzahlen und dem Lohnzuwachs der Kassenchefs: Denn während die Zahl der Beitragszahler in den vergangenen fünf Jahren um 6 Prozent und die Gesundheitskosten um 14 Prozent gestiegen sind, konnten sich die Chefs der zehn größten Krankenkassen über eine Lohnsteigerung von durchschnittlich 22 Prozent freuen. Insbesondere für die Assura-Chefs hat sich das gelohnt: 68,5 Prozent betrug die Zunahme. Die Kassen wenden jedoch gegen die von den Sozialdemokraten finanzierte Studie ein, dass seit vergangenem Jahr Vorsorgeleistungen und Spesen mit in den Lohn eingerechnet werden müssen. Die reale Lohnsteigerung sei weit geringer.

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