Chuck Norris verklagt Pharmaindustrie | APOTHEKE ADHOC
Zehn Millionen US-Dollar

Chuck Norris verklagt Pharmaindustrie

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Berlin -

Normalerweise steht der Name des US-Schauspielers Chuck Norris („Walker, Texas Ranger“, „Missing in Action“) für einen ganz speziellen Humor. Doch diesmal sorgt er mit einer ernsten Nachricht für Schlagzeilen. Er verklagt die Pharmaindustrie auf zehn Millionen US-Dollar Schmerzensgeld. Seine Ehefrau Gena O'Kelley soll nach drei MRT-Untersuchungen massive gesundheitliche Probleme erlitten haben.

„Es war, als würde mein Körper innerlich verbrennen“, erzählt O‘Kelley in einem Bericht, den das ARD-Magazin „plusminus“ aufgreift und dem Thema eine ausführliche Sendung widmet. „Ich sah den Tod in ihren Augen“, sagt Ehemann Chuck Norris, „mir wurde bewusst, dass ich etwas tun muss.“ Sie bekam hintereinander drei Untersuchungen im Magnetresonanz-Tomographen. Jedes Mal wurde ihr dabei ein Kontrastmittel mit Gadolinium gespritzt. Das ist ein Metall, das zu den Seltenen Erden zählt und giftig ist. Monatelang litt sie unter Muskelschwäche, Atemproblemen und unerträglichen Schmerzen.

Jetzt verklagt der US-Schauspieler den Hersteller. Er und seine Frau wünschen sich, dass andere Menschen über die Gefahr von Gadolinium aufgeklärt werden. Einer, der davon erfuhr, war der Deutsche Carsten Zahn. Unter Tränen sagt er in „plusminus“: „Wenn ich das nicht gelesen hätte, würde ich heute noch wie ein Demenzkranker rumsitzen und meine Frau mich bis ans Ende meines Lebens im Rollstuhl schieben.“ 15 Mal wurde er in die Röhre geschoben, 15 Mal litt er gleich anschließend an schweren Schmerzen, Atemproblemen, Bewegungsstörungen: „Ich hab‘ das immer als phasenweise beschrieben, die Bewegungen wurden fahrig, ich schlurfte durch die Gegend.“ Sein Zustand verschlimmerte sich so, dass der 49-Jährige erwerbsunfähig wurde. Die Ärzte konnten sich nicht erklären, woran das lag.

Im Internet fand Zahn Leidensgenossen und eine US-Studie. Daraufhin ließ er sich von einem Spezialisten untersuchen, der erhöhte Aluminium-Werte in Blut und Urin feststellte. Sein Arzt jedoch nahm dieses Ergebnis nicht ernst, sagte, dass Aluminium „so harmlos wie Cola“ sei.

In Reinform ist das Schwermetall hochgiftig. Um es als Kontrastmittel verwenden zu können, wird es in einen molekularen Käfig verpackt und erst dann gespritzt. Das Kontrastmittel macht Gefäße und Tumore besser sichtbar. Bislang ging man davon aus, dass es sich im Urin wieder schnell abbaut.

Eine trügerische Sicherheit. Dr. Susanne Wagner, eine Wissenschaftlerin, die sich seit den 90er-Jahren mit Kontrastmitteln beschäftigt, sagt: „Schon zur damaligen Zeit war bekannt, dass bestimmte Mengen des Kontrastmittels im Körper bleiben. Sie lagern sich in Organen, Knochen und der Haut ein. Das ist auch so in den Zulassungsreports beschrieben.“ Als es zu Todesfällen kam, die damit in Verbindung gebracht wurden, wurde Aluminium für Nierenkranke verboten. 2014 wurde eine japanische Studie veröffentlicht, die belegte, dass sich Aluminium auch im Körper gesunder Menschen ablagern kann, vor allem im Gehirn.

Ein weiterer deutscher Patient, der als Krankenpfleger arbeitet und nach drei MRT innerhalb eines Monats an schweren Nebenwirkungen litt, erstellte eine Website. Binnen kurzer Zeit meldeten sich rund 200 Betroffene. Eine gute Nachricht: Mithilfe von Infusionen können die Beschwerden gelindert werden. Chuck Norris‘ Ehefrau unterzog sich einer Therapie in China, sie bezahlte rund zwei Millionen Dollar, ihr Zustand verbesserte sich extrem. Nun denkt sie auch an all jene, die wenig Geld haben oder deren Versicherung die Kosten für die Therapie nicht übernimmt. „Man darf die Menschen nicht im Stich lassen“, sagt Chuck Norris.

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