Österreich

Apotheker-Kampagne: Die Sicherheit und ihr Preis APOTHEKE ADHOC, 16.04.2018 15:14 Uhr

Berlin - Erstmals starten die österreichischen Apothekerorganisationen eine gemeinsame Kampagne zur Patientensicherheit. Unter dem Motto „Sicher? Aber nur mit Ihrer Apotheke!“ wirbt die Apothekerschaft für Patienten-, Fälschungs- und Versorgungssicherheit in der Alpenrepublik. Mit Print-Anzeigen, in TV-Spots und Online-Kommunikationskanälen werden Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen gezeigt – mit einem spezifischen Gesundheitsproblem und der richtigen, sicheren Lösung, die aus der Apotheke kommt. Im Gegenzug fordern Apotheker gerechte Honorare.

Die Informationsoffensive, initiiert von Apothekerkammer, Apothekerverband, Verband der Angestellten Apotheker und Forum Pharmazie, macht es sich zur Aufgabe, die Gesundheits- und Arzneimittelkompetenz in der Bevölkerung zu verbessern. Denn die Alpenrepublik soll beim Thema Gesundheitskompetenz Thema in Europa zu den Schlusslichtern gehören. Demnach liegt das Land bei Kindern und Jugendlichen im OECD-Vergleich auf dem letzten, bei der Gesamtbevölkerung auf dem drittletzten Platz, vor Rumänien und Portugal.

Als Gesundheitsexperten seien Apotheker die richtigen Ansprechpartner dafür, betonten die Initiatoren. Täglich würden sie bei Fragen rund um das Thema Gesundheit beraten und dadurch auch die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung laufend verbessern. Vor allem auch mit Informationen zur richtigen Verwendung von Medikamenten stünden sie den Menschen mit ihren universitären Ausbildungen und ihrer Fachexpertise zur Verfügung und würden wesentlich zu ihrer Sicherheit beitragen. „Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Sorgen, für die die Apothekerinnen und Apotheker immer ein offenes Ohr und einen kompetenten Rat haben“, fassen die Spitzen von Kammer und Verband die Idee zusammen.

Zur Kampagne gehört auch die Warnung vor dem Kauf gefälschter Medikamente aus dem Internet. Der Onlinehandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten ist in Österreich verboten. 95 Prozent der von den Behörden aufgegriffenen Medikamente aus dem Internet seien Fälschungen oder Substandard, betonen die Apothekerorganisationen. Der österreichische Zoll soll im vergangenen Jahr bei rund 1000 Sendungen knapp 55.000 Medikamentenplagiate im Wert von 1,1 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen haben. Analysen hätten ergeben, dass sich darin – etwa in Potenzmitteln, Schlankheitspillen und Muskelaufbaupräparaten – Tierkot, Mauer-, Staub-, Gift- und andere unzulässige Bestandteile befanden. Dabei sehen die Internetseiten der Anbieter wie echte Apothekenseiten aus. Auch die Verpackungen würden originalgetreu kopiert.

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