Millionen für Hardware-Austausch

Gematik zu Konnektoren: „Veraltete Technik“

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Berlin -

Bis zu 400 Millionen Euro kostet der Austausch der Konnektoren, laut Chaos Computer Club (CCC) ein teures Geschenk an die Softwarehersteller, das sich durch ein Update der Software ganz einfach einsparen ließe. Jetzt hat die Gematik eingeräumt, dass die Technik veraltet ist und ein Austausch des Konnektors ohne Alternative.

Hintergrund ist, dass die Zertifikate in den Konnektoren mit Ablaufdaten versehen sind. Seit September laufen die fünfjährigen Zertifikate der ersten Konnektoren ab. Zur Gewährleistung eines kontinuierlichen Betriebs der Telematikinfrastruktur (TI) seienverschiedene Optionen in den Gremien der Gematik diskutiert worden. Zuletzt hatte die Gesellschafterversammlung Ende August den Austausch beschlossen.

Zuvor hatte insbesondere die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Zweifel an der Notwendigkeit angemeldet. Doch mittlerweile wirbt der zuständige KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel selbst in einem kurzen Video für die Maßnahme. Was hat ihn zum Umdenken gebracht?

Licht ins Dunkel bringt die Stellungnahme der Gematik zu den Recherchen des CCC. Demnach ist der Austausch der Geräte bei allen Zertifikaten, deren Gültigkeit bis August 2023 abläuft, „wegen veralteter Technik“ die einzig sinnvolle Alternative. „Der Hardwaretausch wurde als insgesamt sicherste und wirtschaftlichste Lösung identifiziert.“

Das deckt sich mit der Beschreibung des IT-Experten Flüpke vom CCC. Er hatte, nachdem er sich die Konnektoren angeschaut und aufgeschraubt hatte, gegenüber APOTHEKE ADHOC von Hardware auf dem billigster Niveau gesprochen und die aufgerufenen Preise als „sittenwidrig“ kritisiert. An seiner Bewertung hinsichtlich des „Kartells“, das sich durch strategische Inkompetenz am deutschen Gesundheitssystem eine goldene Nase verdient“, dürfte also auch die Erläuterung der Gematik nichts ändern.

Kostengünstige Alternativen

Immerhin hat die Gematik jetzt angekündigt, dass für Zertifikate mit längerer Laufzeit Alternativen angeboten werden sollen. „Die Alternativen zum Konnektortausch sind eine Laufzeitverlängerung der Zertifikate durch ein Firmware-Update des Konnektors bis Ende 2025 oder ein Anschluss an einen Konnektor, der in einem Rechenzentrum betrieben wird“, so die Gematik.

Das bedeute auch, dass längst nicht alle Konnektoren getauscht werden müssten und die dadurch entstehenden Kosten deutlich niedriger seien als berichtet. „Voraussetzung hierfür ist ein neues Finanzierungsmodell.“ Die Gesellschafter hätten empfohlen, das bestehende Modell anzupassen, „um neben dem Konnektortausch weitere Varianten bei der TI-Anbindung zu ermöglichen“. Dazu müssten entsprechende gesetzliche Grundlagen geschaffen und die Finanzierung zwischen den Partnern des Bundesmantelvertrags geklärt werden.

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