CGM Lauer: Bei E-Rezept besser Muster-16 anfordern | APOTHEKE ADHOC
Probleme bei Softwarehäusern

CGM Lauer: Bei E-Rezept besser Muster-16 anfordern

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Berlin -

Immer mehr Apotheken erhalten elektronische Rezepte. Der Gematik zufolge wurden bislang 11.017 E-Rezepte eingelöst. Allerdings sind trotz bundesweiter Testphase noch immer nicht alle Softwarehäuser in der Lage, die digitalen Verordnungen zu verarbeiten. CGM Lauer empfiehlt den WinApo-Anwender:innen sogar, beim Erhalt eines E-Rezepts besser in der Arztpraxis nach einer Papierverordnung zu fragen. Auch beim Mitbewerber ADG läuft noch nicht alles rund.

CGM Lauer geht die E-Rezept-Pilotierungsphase an – in kleinen Schritten: Man sei zuversichtlich, die Kund:innen im Mai mit dem Update versorgen zu können, kündigte das Softwarehaus vergangene Woche in einem Kundenanschreiben an. Die im März gestartete Pilotierung habe „wertvolles Feedback zu Stabilität und Funktionalität“ gebracht und könne ausgeweitet werden, heißt es darin.

Das Unternehmen betont gleichzeitig die Schranken: „Sollten Sie jetzt schon E-Rezepte in Form von Papierausdrucken vorgelegt bekommen, empfehlen wir weiterhin Kontakt mit dem verordneten Arzt aufzunehmen und Muster 16 Rezepte anzufordern.“ Der „E-Rezept Ready Score“ der Gematik führt CGM Lauer mit beiden Systemen Winapo ux und Winapo 64 Pro in der Kategorie B. Demnach sind die Kriterien „Hersteller hat Anwender geschult“ und „System ist zur Testphase angemeldet“ erfüllt, aber die Felder „Hersteller hat die E-Rezept Funktion eingeführt und die Anwendung empfohlen“ und „System nimmt mit mindestens 5 Einrichtungen an Testphase teil“ sind noch nicht erfüllt.

In dem Schreiben wirbt CGM Lauer für die eigenen E-Rezept-Schulungen: „Auch diesen Monat gibt es weitere kostenlose Kunden-Online-Seminare zum Thema E-Rezept.“ Gezeigt werde der komplette Durchlauf. Aus den Apothekenverbänden war unlängst zu hören, dass das Interesse der Apotheken an den Schulungen der Softwarehäuser eher gering ist.

ADG testet im kleinen Kreis

Mit ADG ist ein weiteres großes Softwarehaus ebenfalls noch immer nicht E-Rezept „ready“. Die beiden Systeme ADG A3000 und ADG S3000 sind laut Gematik ebenfalls noch nicht zur Anwendung empfohlen. Aktuell wird beim zur Phoenix-Gruppe gehörenden Softwarehaus noch in einer recht kleineren Runde Apotheken getestet. Im Mai soll auf mehrere hundert Apotheken hochgefahren werden, die sich aktiv für das E-Rezept interessieren. Und ab dem 1. Juli schließlich soll das E-Rezept für alle ADG-Kund:innen zur Verfügung stehen.

Das grundsätzliche Einlösen der Rezepte funktioniert auch in den ADG-Systemen, heißt es. Bei den Tests seien aber einige Schwachstellen in der Handhabung aufgetreten. Vor allem die Bearbeitung von verordneten Rezepturen stellt sich als recht komplex heraus, namentlich das Wechselspiel mit den jeweiligen Modulen der verschiedenen Rezepturprogramme.

„Die Testphase nehmen wir sehr ernst und arbeiten gemeinsam mit unseren Kunden an der Optimierung der Prozesse. Denn nur wenn die Prozesse sicher und vor allem schlank sowie einfach für den Benutzer zu bedienen sind, finden sie die gewünschte Akzeptanz und Anwendung. Wir nutzen die verlängerte Pilotierungsphase aus, um unsere ADG Systeme kontinuierlich zu optimieren, sodass unsere Anwender sie intuitiv bedienen können“, heißt es vom Softwarehaus.

Deutlich schlechter sieht bei den Praxisverwaltungssysteme (PVS) aus. Zwar haben immerhin 18 Systeme ein „A“, gelten also als einsatzbereit. Aber 14 Systeme landen in den Kategorien C, D oder E, haben teilweise noch gar keine E-Rezept-Funktion eingeführt oder sich noch nicht zur Testphase angemeldet. Und 19 weitere Anbieter haben gegenüber der Gematik noch keine Angaben gemacht, wie weit sie eigentlich sind.

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