Seit gestern gibt es für Versicherte neue Funktionen in ihren Krankenkassen-Apps für die elektronische Patientenakte (ePA). Neben Push-Nachrichten können Patient:innen nun auch ihren Medikationsplan einsehen. Ab Mitte Juli können zudem Apotheken – zunächst in den Modellregionen – damit starten, OTC-Arzneimittel und Betäubungsmittel (BtM) in den Akten zu ergänzen.
Das entsprechende Update werde nach und nach in den verschiedenen Apps ausgerollt. „Versicherte können dann in ihrer App einstellen, ob sie Push-Benachrichtigungen über Aktivitäten in Verbindung mit ihrer ePA erhalten möchten. Dank Push-Benachrichtigungen erfahren Versicherte unmittelbar, wenn sich etwas in ihrer Patientenakte tut, ohne die ePA-App selbst öffnen zu müssen“, heißt es dazu von der Gematik.
Die neue Funktion soll „noch mehr Transparenz“ schaffen und den Patient:innen Überblick und Souveränität über die eigenen Gesundheitsdaten ermöglichen.
Ab Mitte des Monats soll dann auch der elektronische Medikationsplan (eMP) schrittweise ausgerollt werden – als Teil des sogenannten digital gestützten Medikationsprozesses (dgMP) in der ePA. Erste Einrichtungen in den Modellregionen können in der Pilotierungsphase den dgMP freiwillig erproben. „Erste Hersteller werden zu Beginn an der Pilotierung teilnehmen, weitere werden im Pilotierungsverlauf erwartet“, so die Gematik dazu.
Im Mittelpunkt stehe der eMP, der den bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) ablösen soll. In diesem Zuge kommt auch die Möglichkeit – beispielsweise für Apotheken –, Nachträge in der ePA vorzunehmen. So können künftig auch OTC-Präparate und BtM in der elektronischen Medikationsliste (eML) hinterlegt werden.
Die eML ist bereits seit dem Start der ePA verfügbar; der eMP soll nun künftig institutionsübergreifend die Gesamtmedikation eines Versicherten mit weiterführenden Hinweisen, wie beispielsweise Dosieranweisungen, liefern. Versicherte sollen so dabei unterstützt werden, „die Therapie sicher und erfolgreich umzusetzen“.
Mit dem Roll-out begonnen haben beispielsweise die Hersteller Rise und Bitmarck. Die neue Ausbaustufe sei ein wichtiger Schritt, um die ePA „noch fester“ im Alltag der Versicherten zu verankern, meint Andreas Strausfeld, Vorsitzender der Bitmarck-Geschäftsführung. „Der digital gestützte Medikationsplan ist ein konkreter Vorteil für Menschen, die mehrere Medikamente einnehmen, und auch Push-Nachrichten machen die ePA im Alltag erlebbar – so wie man es etwa von Banking-Apps gewohnt ist.“
Jetzt sei jedoch die Politik gefragt. „So muss die Möglichkeit, auch künstliche Intelligenz in der ePA anwenden zu dürfen, gefördert werden.“ Ende 2026 komme dann auch die langersehnte Volltextsuche, kündigen Rise und Bitmarck an. „Alle in der ePA abgelegten Dokumente können dann einfach nach Stichwörtern durchsucht werden. Das erleichtert vor allem Leistungserbringern die Arbeit mit den Daten in der Akte und ist ein weiterer Baustein für die engere Einbindung der ePA in die medizinische Versorgung.“
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