Vergleich zum Sommer 2020

RKI: Inzidenz steigt früher und schneller

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Berlin -

Jede Woche veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Bericht zur aktuellen Corona-Lage. Daraus ist ersichtlich, dass die Zahlen in diesem Jahr früher und schneller ansteigen als im vergangenen Sommer. Die neuen Virusvarianten, aber auch die zunehmende Impfmüdigkeit, spielen dabei eine wichtige Rolle. Das RKI warnt.

„The same procedure as last year?” Wie auch im Sommer 2020 war es in diesem Jahr über die warmen Monate relativ ruhig um das Coronavirus. Die Inzidenzen waren niedrig, Ansteckungen daher vergleichsweise selten. Doch offenbar steigt mit Blick auf den Herbst die Inzidenz wieder an – genau wie im vergangenen Jahr. Es zeigen sich also deutliche Parallelen – allerdings auch einige besorgniserregende Unterschiede: Denn die Wochenberichte des RKI zeigen, dass die Inzidenz in diesem Jahr deutlich schneller ansteigt. Außerdem kam der Anstieg früher als 2020 – ganze fünf Wochen. Seit Anfang Juli 2021 steigen die Zahlen kontinuierlich an, nachdem sie ab Ende April gesunken waren.

Infektionsketten nicht mehr verfolgbar

Man sei wieder an einem Punkt, an dem die Gesundheitsämter nicht mehr alle Infektionsketten nachverfolgen könnten. Vor allem für alle Nicht-Geimpften oder solche, die nur die Erstdosis erhalten haben, sei die Gefährdung für die Gesundheit „sehr hoch“. Wie das RKI berichtet, sind vor allem jüngere Menschen und die mittlere Altersgruppe von den Neuansteckungen betroffen – vor allem die Gruppe der 10- bis 34-Jährigen. Den stärksten Anstieg habe es in der Gruppe der 20- bis 24-Jährigen gegeben.

Besonders die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz bereitet Sorgen, denn diese hat sich innerhalb eines Monats vervierfacht: Am Freitag lag sie bei 20,4 – im Juli hatte sie noch bei 4,9 gelegen. Heute liegt sie deutschlandweit bereits bei 23,1. Doch die Inzidenz als Maß für verschiedene Einschränkungen wird zunehmend kritisiert. Künftig sollen unter anderem auch Krankenhauseinweisungen mehr berücksichtigt werden.

Das RKI appelliert im aktuellen Bericht erneut an alle noch nicht Geimpften – denn der Großteil der Infizierten gehöre zu dieser Gruppe. Es werde „dringend empfohlen, jetzt die Angebote für die Impfung gegen Covid-19 wahrzunehmen“. Die Effektivität der Impfung schätzt das RKI auf 88 Prozent für die Altersgruppe bis 59 Jahre, für die Älteren über 60 liege sie bei rund 87 Prozent.

Wie steht es um Delta und Lambda?

Vor wenigen Tagen meldete das RKI, dass die besorgniserregende Delta-Variante mit 97 Prozent in Deutschland mittlerweile für fast alle Fälle verantwortlich ist. In der Vorwoche hatte der Anteil noch bei 91,5 Prozent gelegen. Vor dem Sommer waren es noch 3,1 Prozent gewesen. Damit hat die Virusvariante nur wenige Wochen benötigt, um zur dominierenden Mutation zu werden. Was die Lambda-Variante angeht, so zeigen sich die Behörden bisher gelassen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwies auf eine derzeit nicht besonders starke Ausbreitung der Variante. Zuvor hatte eine Studie aus Japan für Aufsehen gesorgt: Darin hieß es, die Mutation setze den Immunschutz herab.

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