Corona-Impfstoff: Apotheken sollen Praxen beliefern

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Berlin -

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Verlängerung des Lockdowns bei einer Pressekonferenz verteidigt. Es gehe nach wie vor darum, das Gesundheitswesen vor einer Überlastung zu schützen – auch die Apotheken. Außerdem erklärte er, warum es immer noch keine Laientests gibt.

Laut Spahn ist das Gesundheitswesen seit nunmehr einem Jahr stark belastet, und zwar in allen Bereichen: Unter anderem nannte der Gesundheitsminister die Apotheken. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass es bislang keine Überlastung gegeben habe. „Das Gesundheitswesen hat der Krise standgehalten und gezeigt, wie robust und widerstandsfähig es ist.“

Ob und wann Laientests nach der Genehmigung durch sein Haus verfügbar sein werden, hängt laut Spahn von der Qualität ab. „Ja, wir haben erste Anträge vorliegen“, so Spahn. Entscheidend sei aber die Qualität der Produkte. Viele falsch negative Ergebnisse brächten ein Risiko mit sich. Inwiefern Laientests in die Impfstrategie eingebunden würden, werde man sehen, sobald die ersten Produkte zugelassen seien. Wie schon bei den Erweiterungen im Umgang mit den bisherigen Tests werde man dann mit den Ländern sprechen. Derzeit habe er auch noch keine Vorstellung, zu welchen Preisen solche Tests angeboten würden.

Zur Prognose der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dass schon im März die Impfzentren überlastet und Impfstoff übrig bleiben könnte, rechnete Spahn vor: Aktuell würden täglich in der Spitze bis zu 130.000 Menschen geimpft, die Kapazitäten reichten aus, um bis zu 250.000 Impfungen durchzuführen. Komme wie geplant mehr Impfstoff, werde man demnächst eine ganz andere Herausforderung haben als bislang. Deswegen habe man am Mittwoch bereits darüber gesprochen, wie man die Arztpraxen schnell einbinden könne. Parallel führe man Gespräche mit Apotheken und Großhandel, da es auch um die Logisitik gehe, den Impfstoff in die Praxen zu bringen. „Wir wollen das möglichst schnell hochskalieren.“

Spahn kündigte an, mit Blick auf anstehende Schulöffnungen zu prüfen, ob Kita-Personal und Grundschul-Lehrkräfte früher geimpft werden können. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten angeregt, sie aus der dritten in die zweite Prioritätsgruppe für Impfungen vorzuziehen. Spahn betonte, dass in jedem Fall zuerst die laufenden Impfungen in der ersten Prioritätsgruppe abgeschlossen werden sollten – dazu gehören Über-80-Jährige, Personal und Bewohner in Pflegeheimen. Auch bei einer Änderung zugunsten von Erzieherinnen und Lehrkräften könnten diese aber erst im Frühjahr an die Reihe kommen. Denn generell müsse ausreichend Impfstoff vorhanden sein.

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