Mit Blick auf den Herbst

Impfen und Testen: Bayern wartet auf Bund

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Berlin -

Im Herbst könnte es zu einem erneuten Anstieg der Coronafallzahlen kommen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht davon aus, dass rund 40 Millionen Bürger:innen eine zusätzliche Dosis Corona-Vakzin erhalten sollten. Bei der Menge könnten die Apotheken die Arztpraxen – denn Impfzentren gibt es vielerorts nicht mehr – entlasten. In Bayern sind über 1000 Apotheker:innen impfberechtigt. Doch wie viele Injektionen sie bislang gesetzt haben, wissen weder Kammer noch Verband. Beim Thema Bürgertests weist der Verband darauf hin, dass einige Apotheken sich dazu entscheiden könnten, keine Tests mehr anzubieten.

Die Zahl der Apotheken, die Antigen-Schnelltests anbieten, ist in Bayern über die letzten Wochen gesunken. So teilt der Bayerische Apothekerverband (BAV) mit: „Stand heute bieten rund 860 Apotheken in Bayern über Mein-Apothekenmanager noch Schnelltests an. Nicht inkludiert ist die Zahl derjenigen, die eventuell noch Tests anbieten, es aber nicht über den Apothekenmanager kommunizieren. Dazu haben wir keine Zahlen. Auch nicht zu PoC-PCR-Tests.“

Keine Aussage zur Selbstbeteiligung

Mit der geplanten neuen Testverordnung könnte es zum Ausstieg weiterer Apotheken kommen. Denn erhöhte Dokumentationspflichten bei gleichzeitig geringerer Vergütung scheinen wenig ansprechend. Dazu kommen die 3 Euro Selbstbeteiligung für gewisse Personengruppen. „Wir können nicht ausschließen, dass Apotheken nun überlegen, keine Tests mehr anzubieten. Das liegt natürlich in der Entscheidung der Inhaberin/des Inhabers. Das wird jedoch nicht durch uns erfasst“, so der Verband.

Was die mögliche Beteiligung an den Selbstkosten durch die Länder angeht, will Bayern abwarten. „Leider können wir dazu aktuell nichts dazu sagen, ob sich das Land Bayern an den Kosten von 3 Euro für Antigenschnelltests beteiligen wird. Die finale Testverordnung ist derzeit noch in Abstimmung zwischen Bund und Ländern“, teilt ein Sprecher des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege mit. Von Planungssicherheit für die Apotheken erneut keine Spur.

Über 1000 geschulte Impf-Apotheker:innen

In Bayern ist die genaue Zahl an Apotheken, die Impfungen anbieten, nicht bekannt. Denn einige Apotheker:innen, die sich haben schulen lassen, impfen in der Praxis nicht. „Über unser Tool ‚Apothekensuche‘ findet man stets aktuell alle bayerischen Apotheken, die zur Covid-19-Impfung berechtigt sind und einer Listung auf unserer Homepage zugestimmt haben. Das sind 251 Apotheken“, teilt die Bayerische Apothekerkammer (BLAK) mit. „Hinzu kommen einige Dutzend Apotheken, die berechtigt sind, aber momentan nicht in unserer Liste stehen wollen. Insgesamt kommen wir so auf mehr als 300 Apotheken.“ Ob diese berechtigten Apotheken aber aktuell auch Impfungen anbieten, weiß die Kammer nicht. „Das kommt sicherlich auf die Nachfrage vor Ort an.“

Bisher haben rund 1000 Apotheker:innen an Schulungen, die zur Impfung gegen Covid-19 berechtigen, teilgenommen. „Stand jetzt haben 990 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unsere Praxisschulungen absolviert. 161 Apothekerinnen und Apotheker mit bereits in der Vergangenheit absolvierten Schulungen zur Grippeschutzimpfung in öffentlichen Apotheken dürften zu einem guten Teil hinzukommen. Diese Mitglieder benötigen bekanntlich keine weitere Praxisschulung“, so die Kammer. Wie viele Impfungen auch tatsächlich in der Apotheke durchgeführt wurden, können Verband und Kammer nicht beantworten. Bayern hat rund 3100 Apotheken.

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