„Ich weiß nicht, was der Status quo ist“

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Berlin - Ernüchtert verlässt ein Kunde mit einem gelben Impfpass die Apotheke. Der Mann wollte für seine Mutter die erste Covid-19-Impfung nachtragen lassen; wegen eines Hinweises beim Impfzentrum war er zur Apotheke gegangen. Die Inhaberin aus Nordrhein-Westfalen hätte gerne geholfen, doch zu viele Fragen seien offen. „Ich weiß nicht, was der Status quo ist“, sagt sie. Die Abda gibt unterdessen Handlungsanweisungen.

In einem Aushang am Impfzentrum Osnabrück wird auf § 22 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) verwiesen. „Wichtiger Hinweis“, steht dort in großen Buchstaben. „Bei Nachtragungen in einen Impfausweis kann jeder Arzt oder Apotheker die Bestätigung nach Satz 1 Nummer 5 vornehmen.“ Zudem wird an das Gesundheitsamt verwiesen.

Der Kunde sei bereits beim Impfzentrum und bei seinem Hausarzt gewesen und immer weggeschickt worden, berichtet die Apothekerin. „Der Herr war komplett verzweifelt, da seine Mutter verreisen will.“ Er habe für die ältere Dame einen Nachtrag im Impfpass angefragt, so die Apothekerin. Die Seniorin sei im April erstmals geimpft worden und das Impfzentrum habe ihr aus unbekannten Gründen keinen Eintrag hinterlassen. Stattdessen gab es eine schriftliche Bescheinigung über die erfolgte Erstimpfung gegen Covid-19, die Zweitimpfung sei im Impfpass dokumentiert gewesen. Es sei bereits öfter vorgekommen, dass Kund:innen mit dem Wunsch eines Nachtrags in die Apotheke gekommen seien.

Die Apothekerin musste den Kunden ebenfalls wegschicken und verwies ihn an das zuständige Gesundheitsamt. „Ich habe nicht vorliegen, wie genau ich das machen soll. Es gibt keine Ausführungsbestimmung“, sagt sie. „Soll ich es handschriftlich übertragen oder die Bescheinigung des Impfzentrums ausschneiden und in den Impfpass kleben?“ Zudem sei ihr gar nicht bewusst gewesen, dass Apotheken tatsächlich nachtragen dürften.

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