„Rezepte gibt’s beim Arzt“

KBV: Kampagne gegen Apothekenreform

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Berlin -

„Rezepte gibt’s beim Arzt. Nicht in der Apotheke.“ Unter diesem Motto macht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mobil gegen die geplante Apothekenreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU).

Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sollen Apotheken gestärkt und die ambulante Versorgung entlastet werden, so die KBV. „Aus unserer Sicht ist das allerdings nicht der Fall: Ärztliche Kompetenzen werden ausgehöhlt und die Patientensicherheit leidet.“ Apothekerinnen und Apotheker sollten künftig originär ärztliche Aufgaben übernehmen – beispielsweise die Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel. „Apotheker sind dafür allerdings nicht ausgebildet. Die Verordnung eines verschreibungspflichtigen Medikaments bedarf der Anamnese, Diagnosestellung, Untersuchung und Differenzialdiagnostik. Das alles muss in ärztlicher Hand bleiben, auch weil Apotheken ein wirtschaftliches Interesse an der Abgabe möglichst vieler, möglichst teurer Arzneimittel haben.“

Aus mehreren Gründen sehe man das Gesetz kritisch: Die geplante Arzneimittelabgabe ohne Rezept verletze den Arztvorbehalt und setze Fehlanreize. Der Austausch von Rabattarzneimitteln belaste die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Impfen sei und bleibe originär ärztliche Aufgabe. Und Testungen in Apotheken ließen den Beratungsaufwand in den Praxen steigen.

Mit einem Plakatmotiv macht die KBV auf ihre Position aufmerksam; am 17. Dezember fuhr ein Bus mit dem Motiv durch das Regierungsviertel in Berlin.

Schon im Vorfeld zur Kabinettssitzung hatte die KBV gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt:innen (BVKJ), dem Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI), der Bundesärztekammer (BÄK), dem Hartmannbund, dem Hausärztinnen- und Hausärzteverband, dem Marburger Bund, dem Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) sowie dem Virchowbund vor negativen Folgen für die Patientenversorgung gewarnt und eine Notbremse gefordert.

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