„Die SPD steht zur Erhöhung des Fixums. Die Zusagen gelten“, sagte Dr. Christos Pantazis bei der 1. Lesung zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Aber erst einmal müsse die Finanzkommission ihre Empfehlungen abgeben.
Man spreche nicht über irgendein Randthema, sondern über eine tragende Säule im Gesundheitswesen, so Pantazis. Gerade im ländlichen Raum seien Apotheken oft die letzte Anlaufstelle. „Wenn hier eine Apotheke schließt, verschwindet mehr als ein Geschäft, dann verschwindet Daseinsfürsorge.“
Laut Pantazis geraten „insbesondere inhabergeführte Betriebe“ schnell in Schieflage. Daher müsse man jetzt handeln. Das Fixum sei ein zentraler Punkt, es bilde das wirtschaftliche Fundament der Vor-Ort-Apotheke. „Die SPD steht zur Erhöhung. Die Zusagen gelten.“
Wer die Notwendigkeit ignoriere, gefährde Versorgungssicherheit. Aber: Ebenso wahr sei, dass man auf die Finanzlage der GKV achten müsse. „Ja, wir brauchen starke Apotheken, aber eingebettet in ein tragfähiges Gesamtkonzept.“
Man habe Verantwortung für die berechtigten Interessen der Apotheken – genauso wie für die Stabilität des Gesamtsystems. „Deshalb ist es richtig, dass die Finanzkommission das einpreist“, so Pantazis.
Die Reform gehe aber über die Vergütungsfrage hinaus. Apotheken hätten bewiesen, welchen Beitrag sie leisten könnten, dieses Potenzial wolle man gezielt weiterentwickeln. „Die SPD steht für eine starke Vor-Ort-Apotheke – verlässlich finanziert, aber eingebettet in ein Gesamtkonzept.“
Auch seine Fraktionskollegin Tanja Machalet lobte die Apotheken. Sie seien mehr als nur einfach ein Geschäft, sondern ein Anker, so Machalet. Die Apotheke sei ein Ort, wo Kompetenz auf Empathie treffe. „Apotheken leisten unverzichtbare Arbeit, bieten einen niedrigschwelligen Zugang zum Gesundheitssystem, sind soziale Begegnungsstätten und leisten einen Beitrag zur Demokratie.“
„Wir müssen und wir werden die Apotheken flächendeckend erhalten“, machte Machalet klar. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf würden die Rahmenbedingungen modernisiert, um die Versorgung zukunftssicher zu machen und auf den Fachkräftemangel zu reagieren.
Herzstück der Reform sei die Stärkung der Prävention. Apotheken sollten stärker zu Gesundheitslotsen entwickelt und pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) ausgebaut werden. „Apotheken sind schon ein entscheidender Baustein, um die Gesundheitskompetenz zu stärken.“
„Wenn der Apotheker oder die Apothekerin beim Einlösen des Rezeptes erklärt, worauf es bei der Einnahme wirklich ankommt, ist das gelebte Sicherheit für die Versorgung von Patienten und Patientinnen“, so Machalet. „Das kann keine Online-Apotheke, und das muss jedem auch bewusst sein.“
Man könne viel über Einzelheiten debattieren wie Fixum, Rabattverträge oder Kompetenzrangeleien – am Ende gehe es jedoch um die sichere Versorgung der Bürgerinnen und Bürger.
APOTHEKE ADHOC Debatte