ApoVWG

Adexa: Aufbaustudium für PTA und neue Tarifstufe

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Berlin -

Die Rolle und das Berufsbild der PTA sind seit den Reformplänen von Karl Lauterbach (SPD) politisch in den Fokus gerückt. Daran hat sich auch nach dem Bruch der Ampel nichts geändert. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat PTA als „wichtige Berufsgruppe in der Apotheke“ erkannt und plant eine Vertretungsregelung. Allerdings in abgespeckter Version – nur auf dem Land, als Erprobungsphase und ohne Weiterbildung. Die Adexa sieht erheblichen Handlungsbedarf – nicht nur bei der Rolle der PTA, sondern auch bei der verschobenen Honorarerhöhung.

„PTA übernehmen einen großen Teil der pharmazeutischen Aufgaben – häufig im direkten Patientenkontakt und mit hoher fachlicher Verantwortung“, so Adexa-Bundesvorstand Andreas May. Wertschätzung für die Berufsgruppe sei entscheidend, um die Arzneimittelversorgung langfristig zu sichern und Apotheken als attraktive Arbeitgeber zu stärken.

Doch der Entwurf des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) spiegele diese Haltung bislang nicht wider. Gründe sind die erneute Verschiebung der Honorarerhöhung und die geplante Vertretungsregelung für PTA, die vorrangig Versorgungslücken im ländlichen Raum schließen solle, ohne jedoch eine gezielte Qualifikationsförderung vorzusehen. Dabei brauche es erweiterte Kompetenzen, klare Karrierewege und eine angemessene Vergütung für PTA, um ihre Leistung angemessen zu würdigen und die Arzneimittelversorgung langfristig zu sichern.

Aufbaustudium und neue Tarifstufe

Daher plädiert die Adexa für ein praxisorientiertes Aufbaustudium für PTA, das sich an erfolgreichen Modellen wie dem Physician Assistant orientiert. So könnten qualifizierte PTA gezielt auf anspruchsvollere Tätigkeiten vorbereitet werden – beispielsweise im Bereich pharmazeutischer Dienstleistungen, Impfberatung oder digitaler Versorgungsprozesse.

Für die Umsetzung brauche es rechtlich klare Rahmenbedingungen, ein sorgfältig abgestimmtes Curriculum, definierte Verantwortungsbereiche und tragfähige Finanzierungsmodelle. „Nur so entsteht ein echter Mehrwert für PTA und Apothekenteams“, so May. Befürchtungen, eine Erweiterung der PTA-Kompetenzen könnte zu Konkurrenz mit angestellten Apotheker:innen führen, teilt May nicht. Ziel müsse es sein, die Approbierten zu entlasten, damit sie sich auf komplexe pharmazeutische Tätigkeiten konzentrieren können.

Mehr Verantwortung und neue Aufgabenbereiche müssen sich aber auch im Gehalt widerspiegeln. Adexa-Vorstand Tanja Kratt warnt, neue Aufgabenbereiche zu schaffen, ohne zugleich verbindliche tarifliche und gesetzliche Grundlagen zu etablieren. Allerdings setze eine angemessene Vergütung höher qualifizierter PTA eine auskömmliche und gezielte Finanzierung der Vor-Ort-Apotheken voraus. „Politisch braucht es jetzt entschlossenes Handeln: die sofortige Umsetzung der im Koalitionsvertrag zugesagten Honorarerhöhung, eine Korrektur der Regelungen im ApoVWG, die Einführung einer neuen Tarifstufe für qualifizierte PTA sowie eindeutige rechtliche Vorgaben, etwa zur Haftung“, so Kratt. Ohne diese Schritte bleibe jede angekündigte Aufwertung reine Symbolpolitik.

Apothekenreform mit Honorarerhöhung

„Adexa wird den Gesetzgebungsprozess wie im Vorjahr aktiv begleiten und ihre Positionen einbringen“, kündigt May an. Gespräche mit politischen Entscheidungsträger:innen sind bereits geplant. „Wir wünschen uns eine Apothekenreform, die diesen Namen auch verdient – mit einer angemessenen Honorarerhöhung, die den Apotheken mehr finanzielle Spielräume eröffnet und zugleich die Grundlage für faire Tariferhöhungen schafft. Nur so kann die Arbeit des gesamten Apothekenteams nachhaltig gesichert und gewürdigt werden.“

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