Freiwahl

Das sind die Renner im Weihnachtsgeschäft

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Berlin -

In der Vorweihnachtszeit haben die Apothekenmitarbeiter alle Hände voll zu tun. Viele Patienten brauchen Medikamente, um über die Feiertage zu kommen. Chroniker mit Zuzahlungsbefreiung decken sich ein, um möglichst weit ins neue Jahr zu reichen. Je nach Erkältungswelle kommen akut benötigte Grippemittel dazu. Und dann gibt es noch diejenigen, die für ihre Verwandtschaft ein passendes Geschenk suchen. Zahlen von Insight Health zeigen, was die Renner im Weihnachtsgeschäft sind.

Ein Fünftel seines Umsatzes macht der Handel im Weihnachtsgeschäft. Auch in den Apotheken gehört der Dezember zu den stärksten Monaten, wenn auch weniger stark ausgeprägt: Absatz und Umsatz im Rx- beziehungsweise OTC-Bereich entsprechen in etwa den Werten, die jeweils zum Beginn eines neuen Quartals erzielt werden. Dagegen sind insbesondere die Sommermonate deutlich schwächer, mit bis zu 10 Prozent niedrigeren Abverkäufen.

Das Weihnachtsgeschäft schlägt sich aber vor allem im Freiwahlbereich nieder. Laut Insight Health wurden im vergangenen Jahr 9 Prozent der Erlöse in dieser Kategorie im Dezember erzielt; man muss tiefer in die Kategorien schauen, um die Besonderheiten zu erkennen: Im Bereich der Dermatologika wird ein Zehntel des Jahresumsatzes im Dezember erzielt; jeweils 17 Prozent entfallen auf die Unterkategorien Hautpflege/Reinigung/Kosmetik – hier speziell Männerkosmetik – sowie Bäder/Duschbäder.

Einen starken Ausschlag beobachten die Marktforscher auch im Bereich der Verdauungspräparate: Hier liegen die Gruppe der Digestiva beziehungsweise verdauungsfördernden Enzyme sowie die Gruppe der Antacida/Antiflatulentia/Ulcustherapeutika im Dezember in der Spitze zwei Drittel über dem normalen Wochenwert.

Angesichts der teilweise stark steigenden Nachfrage verschieben sich auch die Umsatzanteile: Im Dezember 2015 entfielen laut Insight Health 30 Prozent des Umsatzes auf Dermatologika; in den elf Monaten davor waren es 27 Prozent. Auch der Bereich altimentäres System/Stoffwechsel liegt mit einem Umsatzanteil von 19 Prozent leicht über Durchschnitt. Dagegen fallen beispielsweise Diagnostika mit 20 statt 24 Prozent weniger stark ins Gewicht.

Entsprechend wichtig sind im Dezember die drei Kategorien mit den größten Ausschlägen: Die Produktgruppen Kosmetika, Badezusatz und Verdauungspräparate waren im Dezember 2015 für 28 Prozent des Umsatzes verantwortlich.

Auch hochpreisige Produkte werden erfahrungsgemäß gerne verschenkt; neben technischen Geräten wie elektrischen Zahnbürsten oder Blutdruckmessgeräten gehören dazu Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminkuren. Marken wie Orthomol oder Vitasprint gehen allerdings laut Insight Health im Januar und Februar ähnlich gut wie im Dezember und werden daher von den Statistikern eher dem Saison- als dem Weihnachtsgeschäft zugeschlagen.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass sich jeder zweite Deutsche freiverkäufliche Gesundheitsprodukte als Geschenkidee für Weihnachten vorstellen kann. Frauen (57 Prozent) halten diese Produkte laut Umfrage eher für ein passendes Präsent als Männer (44 Prozent).

Bei den Teilnehmern, die sich vorstellen konnten, Gesundheitsprodukte zu verschenken, lagen Gesundheitsbäder mit 65 Prozent an erster Stelle. Auf Platz 2 landeten Gesundheitstees (51 Prozent), gefolgt von Gesundheitsgeräten (44 Prozent), Naturheilmitteln (39 Prozent) und Vitaminpräparaten (33 Prozent).

64 Prozent der Befragten nannten Drogerien als Einkaufsort der Wahl für entsprechende Geschenke, gefolgt von Vor-Ort-Apotheken (49 Prozent), Versandapotheken (45 Prozent) und den Internetshops von Drogerien (26 Prozent). Eher seltener wurden rezeptfreie Gesundheitspräparate im Internet über Supermärkte (15 Prozent) bestellt.

Die beliebteste Marken als Geschenkidee waren Kneipp/Hartmann (57 Prozent). Dahinter rangierten Weleda (47 Prozent) und Tetesept/Merz (41 Prozent). Weitere Marken waren Klosterfrau (40 Prozent), Abtei/Omega (38 Prozent), Doppelherz/Queisser (37 Prozent) und Taxofit/Klosterfrau (16 Prozent). Dahinter rangierten die dm-Eigenmarke „Das gesunde Plus“ (14 Prozent), Altapharma von Rossmann (7 Prozent) und Budniplus von Budnikowski (3 Prozent).

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