Richtgrößenprüfung

Ärzte sollen angstfrei verordnen

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Berlin -

Die umstrittene Richtgrößenprüfung gehört ab 2017 der Vergangenheit an. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat mit den Niedersächsischen Krankenkassen ein Alternativmodell für das Flächenland verhandelt. Wie die Kontrolle der Arzneimittelausgaben in Zukunft funktionieren soll, erklärt die KVN in einem Video.

Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz, das am 23. Juli in Kraft trat, wurde Ärzten und Krankenkassen die Möglichkeit eröffnet, die bundeseinheitlichen Vorgaben für Richtgrößenprüfungen bei Arznei- und Heilmittelverordnungen durch regionale Lösungen zu ersetzen. Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) und Krankenkassen mussten sich auf neue Regelungen für Wirtschaftlichkeitsprüfungen in den Regionen verständigen. Diese sollen dann für sämtliche Leistungen, die ab dem 1. Januar 2017 verordnet werden, gelten. Damit wird ein grundlegender Systemwechsel eingeläutet, was die Steuerung der Arzneimittelausgaben angeht.

Ziel der meisten KVen war es, künftig die Qualität der Verordnungen zu prüfen und nicht deren Kosten. Nun hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mit den Niedersächsischen Krankenkassen ein Alternativmodell verhandelt, das die bisherige Richtgrößenprüfung ablöst und Vertragsärzten künftig mehr Freiraum bei der Verordnung lässt.

Entscheidende Bezugsgröße soll künftig der Durchschnittswert der eigenen Fachgruppe sein. Nur wer mit seinen persönlichen Verordnungen um mehr als 50 Prozent über seinem Fachgruppendurchschnitt liegt, kommt in die Prüfung. Daneben wurden fachgruppenindividuelle Wirtschaftlichkeitsziele vereinbart. Wenn man sie einhält, ist eine Wirtschaftlichkeitsprüfung ausgeschlossen, unabhängig von der Betrachtung der Durchschnittswerte. Pro Fachgruppe werden zwei Verordnungsziele festgelegt – ein allgemeines und ein spezifisches Ziel. Bei den allgemeinen Zielen handelt es sich je nach Fachgruppe entweder um die Quote zum KBV-Medikationskatalog oder um die Generikaquote.

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