Kommentar

Ran an die Rosen, Apotheker

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Berlin -

Am Valentinstag freuen sich Floristen und Süßwarenhändler. Und Apotheken? Viele Inhaber greifen den Tag der Liebenden auf, planen Angebote und hoffen auf gute Umsätze. Eine Scheu vor der Kommerzialisierung solcher Pseudo-Feiertage ist nicht nötig. Denn wer den Aktionstag clever umsetzt, kann interessierte Kunden erfreuen.

Kaum ist die Weihnachtsdeko vergessen, kündigen sich die nächsten Anlässe an. Für Apotheken gibt es immer wieder Gelegenheiten, besondere Aktionen zu planen. Am Donnerstag steht bei vielen Händlern die Liebe im Mittelpunkt. Längst liegt der Schwerpunkt nicht mehr allein bei Blumenläden. Zahlreiche Branchen wollen profitieren. Allerdings sollte der Aktionismus nicht zu weit gehen: Wenn die Salami auf der Pizza Herzform hat, ist der gute Geschmack längst überschritten.

Mit Apotheken hat der Valentinstag auf den ersten Blick nichts zu tun. Allerdings müssen sie sich mit einem gut sortierten Kosmetik- und Freiwahlsortiment nicht verstecken. Wer genügend Platz und Personal hat, kann das Schaufenster, ein Valentinsregal oder einen -aufsteller dekorieren. Eine schöne stilvolle Präsentation ohne Kitsch erfreut die Kunden.

Natürlich müssen Inhaber dafür in Personal investieren. Zu aufwendige Kampagnen könnten sich finanziell nicht lohnen. Doch der Erfolg lässt sich nicht immer allein nach Kassensturz bemessen. Die Planung von Aktionstagen kann gut für den Teamspirit und die Mitarbeiterentwicklung sein. Abseits von Beratung und Rezeptur können sich Angestellte mit originellen Ideen verwirklichen und das Profil der Apotheke schärfen.

Vielleicht reicht auch schon ein schöner Strauß mit roten Rosen, um das Thema aufzugreifen. Mit Klasse, versteht sich. Große Investitionen sind nicht nötig, da die Beratung ohnehin meist am HV-Tisch stattfindet. Mitarbeiter können bei Bedarf diskret auf die Valentinstags-Angebote hinweisen.

Die Aktionen müssen zur Apotheke passen. Zuviel Nippes und Klimbim erwarten Kunden nicht in der Offizin. Sie dürften davon eher abgeschreckt sein. Eine Center-Apotheke mit Schwerpunkt Haut wird am Donnerstag sicher stärker auf rote Herzen setzen, als Kollegen in Ärztehäusern.

Auch wenn man kein Freund von Aktionstagen ist, sollte sich der Konsumfreude der Kunden nicht ganz verschließen. Denn warum sollte jemand daran gehindert werden, sein Geld für seine Liebste in Cremes oder einen Gutschein aus der Apotheke zu investieren? Laut aktuellen Umfragen, gibt die Hälfte der Bevölkerung Geld für Valentinsgeschenke aus. Wer Geschmack und Klasse zeigt, muss nicht um sein Image als seriöser Gesundheitsdienstleister und Ansprechpartner für Arzneimittel fürchten, sondern gewinnt „Wohlfühl-Kompetenzen“ hinzu.

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