Analgetika

OTC-Markt wird umgekrempelt

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Berlin -

Schmerzmittel soll es nach Ansicht des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht nur noch für vier Tage ohne Rezept geben. Folgt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) der Empfehlung, müssten viele Hersteller ihr Sortiment umstellen: Bei einigen Wirkstoffen wären drei von vier abgegebenen Packungen betroffen.

 

Vor allem bei Ibuprofen würde der Markt komplett umgekrempelt. Laut IMS Health wurden 2010 in den verschiedenen Darreichungsformen 56,6 Millionen Packungen mit dem Analgetikum als Monosubstanz abgesetzt, 38 Millionen davon in der Selbstmedikation.

Deutlich gestiegen ist in den vergangenen Jahren die Variante mit 400 Milligramm und 20 Tabletten. Die rund 18 Millionen Packungen wären aber künftig nicht mehr in der Selbstmedikation erhältlich – die Grenze liegt für orale Arzneiformen bei 4800 mg Wirkstoff pro Packung, das sind 12 Tabletten. Laut Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) wären insgesamt 78 Prozent aller Packungen betroffen, die 2010 ohne Rezept abgegeben wurden.

Bei Diclofenac wären in der Dosierung von 25 mg 76 Prozent und in der Dosierung von 12,5 mg 42 Prozent betroffen. Insgesamt wurden 2010 rund 21 Millionen Packungen mit Diclofenac als Einzelsubstanz ohne Rezept verkauft, das ist die Hälfte der Gesamtmenge. Die Grenze liegt hier bei 300 mg pro Packung, das sind 12 beziehungsweise 24 Tabletten.

Bei Naproxen wären nach den neuen Regeln 66 Prozent aller bislang als OTC-Produkt verkauften Packungen verschreibungspflichtig. Die Grenze liegt bei 3000 mg beziehungsweise ebenfalls 12 Tabletten. Von den 1,8 Millionen verkauften Packungen entfielen knapp 1,4 Millionen auf die Selbstmedikation.

Anders sieht es bei Acetylsalicylsäure aus: Da lediglich die Großpackungen ab 50 Stück und 12.000 mg von der neuen Rezeptpflicht betroffen wären, könnten die 10er- und die 20er-Packung weiterhin abgegeben werden. Lediglich 26 Prozent der bisherigen OTC-Packungen wären damit betroffen.

 

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