Ausnahmeliste

Retax bis zur Kopflaus-Plage

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Berlin -

Eine 10 zuviel kann 11,95 Euro kosten. Denn beim Läuseshampoo Mosquito von Wepa macht der Zusatz den Unterschied zwischen Retaxation und Erstattung. Derzeit gibt es zwei Produkte: das „Mosquito med Läuseshampoo“ und das „Mosquito med Läuseshampoo 10“. Allerdings ist nur Ersteres verordnungsfähig. Besonders die BKK Pfalz passt genau auf und hat schon Apotheker retaxiert.

Das „Mosquito med Läuseshampoo“ gibt es bereits seit 1995. Es ist ein Medizinprodukt und steht seit 2011 auf der Ausnahmeliste des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Damit ist es für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr mit Entwicklungsstörungen verordnungsfähig.

Im vergangenen Juni hat Wepa das „Mosquito med Läuseshampoo 10“ eingeführt. Anders als das ältere Shampoo, das zweimal für 30 Minuten einwirken musste, reicht bei dem neueren Produkt eine zehnminütige Anwendung. Das Produkt sei verbessert worden und biete eine höhere Anwenderfreundlichkeit, heißt es bei Wepa.

Trotzdem wird das neue Shampoo noch nicht in der Ausnahmeliste geführt, dort steht lediglich das „Mosquito med Läuseshampoo“. Das alte Shampoo wird nicht mehr vertrieben und ist in der Apothekensoftware entsprechend gekennzeichnet. Allerdings seien noch Restbestände im Markt – und diese seien auch verordnungsfähig, erklärt eine Unternehmenssprecherin.

Apotheker müssen bei der Abgabe also aufpassen: Wird das alte Shampoo verordnet und abgegeben, kann es abgerechnet werden – andernfalls nicht. Dass das in der Apotheke auch einmal schief geht, kann man bei Wepa nachvollziehen: Es gebe immer wieder das Problem, dass die Produkte verwechselt würden, erzählt die Sprecherin. Allerdings stellt die Firma aus Hillscheid den betroffenen Apothekern aus Kulanz ein Ersatzprodukt zur Verfügung, sodass zumindest der Einkaufspreis ausgeglichen wird.

Perspektivisch soll auch das neue Shampoo verordnungsfähig werden: „Wir sind bestrebt, dass es auf die Liste kommt“, betont die Sprecherin. Allerdings laufe die nötige Studie derzeit noch. Erst nach deren Abschluss kann ein entsprechender Antrag beim G-BA eingereicht werden. Wann die Studie abgeschlossen sein wird, könne man derzeit nicht absehen, so die Sprecherin. Dies hänge von der Kopflausbelastung ab.

Wepa gehört der Familie um Geschäftsführer Dr. Axel Ciesielski und erwirtschaftete zuletzt rund 90 Millionen Euro Umsatz. Nach der Übernahme des Rudolf Spiegel Versands von Celesio dürfte demnächst die Schwelle von 100 Millionen Euro genommen werden.

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