Krise in der Offizin: Apotheken kündigen Mitarbeitern | APOTHEKE ADHOC
Sparmaßnahmen treffen Teams

Krise in der Offizin: Apotheken kündigen Mitarbeitern

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Berlin -

Die wirtschaftliche Situation zwingt Inhaber:innen zum Umdenken. Welche Dienstleistung kann man sich noch leisten? Der Rotstift wird in einzelnen Betrieben bereits angesetzt und trifft auch das Team. In einer Apotheke mussten zwei pharmazeutische Fachkräfte gehen, in einer anderen wurde ein Botenfahrer eingespart.

Die Energiekrise und die Aussichten auf einen erhöhten Kassenabschlag führen bei vielen Inhaber:innen zu Sorgen. Wie kann der Betrieb weiter wirtschaftlich geführt werden? „Als Inhaberin muss ich vorausschauend handeln“, sagt eine Apothekerin. Sie entschloss sich aus betrieblichen Gründen, sich von einer PTA und einer PKA zu trennen. Die Entscheidung sei ihr sehr schwer gefallen. Die Wahl fiel auf die beiden Angestellten, weil sie die größten Chancen auf eine neue Stelle hätten.

Fassungslosigkeit im Team

Die beiden Betroffenen seien von der Kündigung überrascht worden. Als Chef:in teilt man nunmal nicht gerne finanzielle Sorgen mit den Angestellten. Dass etwa kurz zuvor nochmals bei der Bank um weiteres Geld gefragt wurde, habe das Team nicht mitbekommen. „Die Reaktion der Mitarbeiterinnen war Fassungslosigkeit“, sagt die Inhaberin. Doch die wirtschaftliche Situation werde nicht besser. Dazu komme eine weitere Lohnerhöhung ab 2023.

Bei der Apotheke handele es sich um einen Betrieb, der vor zwei Jahren neu gegründet worden sei. Damit seien nach wie vor hohe Investitionen verbunden. Die Situation wurde durch eine Baustelle noch verstärkt. Bei der Entscheidung sei es auch um die Frage gegangen, ob der Betrieb weiterbestehen werde. Der Rest des Teams habe „eher gestärkt“ reagiert, sagt die Apothekerin. „Sie sitzen jetzt ‚fester im Sattel‘, weil kaufmännisch vorausschauend gehandelt wird.“

Dienstleistungen werden gestrichen

Doch der Rotstift werde weiter angesetzt. Aktuell trifft es die vielen kostenlosen Dienstleistungen, die eine Apotheke anbiete. Auch die Hilfsmittelversorgung wird geprüft. „Ich schaue, was rentabel ist und was nicht. Am liebsten würde ich die Notdienste unter der Woche abschaffen. Die sind aus kaufmännischer Sicht so unrentabel wie nichts anderes.“

Auch in anderen Apotheken wird nach Einsparmöglichkeiten gesucht. „Wir können uns keinen zweiten Botenfahrer mehr leisten“, sagt eine Inhaberin. Künftig werden die Arzneimittel nur noch von einem ausgefahren und der Service kann notfalls nur noch eingeschränkt angeboten werden. Andere Inhaber berichten von Plänen, Betriebe ab 2023 schließen zu wollen. Dabei trifft es vor allem Filialen, die sich wirtschaftlich nicht rechnen und bislang noch betrieben wurden.

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