AOK retaxiert trotz Genehmigung

, Uhr aktualisiert am 17.12.2015 14:23 Uhr

Berlin - Retaxationen kommen oft so spät, dass die Apotheken den Fall erst einmal rekonstruieren müssen. In einer sächsischen Apotheke traf eine Reklamation der AOK Plus zwölf Monate später ein. Die Kasse wollte nicht für Ersatzsauger von Medela aufkommen. Doch die Inhaberin konnte sich an den Fall erinnern – und daran, dass die Geschäftsstelle die Übernahme der Kosten schriftlich zugesagt hatte.

Im Dezember 2014 wurde der Apothekerin ein Rezept über den Medela Special Needs Habermann Feeder, eine Spezialtrinkflasche, und ein Set von passenden Ersatzsaugern vorgelegt. Die Kundin konnte ihr Kind nicht stillen und benötigte die Hilfsmittel dringend, da das Baby mit einer Kiefer-Gaumen-Spalte geboren worden war. Die Produkte sind für Kinder gedacht, die beim Saugen kein Vakuum erzeugen können.

Da die verordneten Produkte keine Hilfsmittelnummern haben, kontaktierte die Pharmazeutin die Kasse. „Ich habe den halben Vormittag telefoniert und nach Rücksprache eine Genehmigung beantragt“, erinnert sie sich. Die Apothekerin schickte den Kostenvoranschlag mit einem Gesamtbetrag von 18,40 Euro ordnungsgemäß an die Kasse.

Am nächsten Tag erhielt sie einen positiven Bescheid von der Kasse – samt Stempel und Unterschrift. Bei der Abrechnung wurde die Genehmigung beigefügt. Außerdem quittierte die Mutter auf der Rückseite des Rezepts den Empfang der Hilfsmittel. Der Fall war für die Apothekerin damit erledigt: „Wir haben alles ordnungsgemäß abgerechnet“, sagt sie.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»