Kommentar

Apotheker sind zu teuer Alexander Müller, 14.03.2017 10:16 Uhr

Berlin - Ausgefallene Stellenanzeigen, Headhunter, 40 Prozent über Tarif – Apotheker versuchen fast alles, um an gutes Personal zu kommen. Oder überhaupt an Personal. Der Fachkräftemangel ist vielerorts zu einem ernsten Problem geworden, wie inzwischen sogar amtliche Zahlen nahelegen. Der Fehler liegt im System: Apotheker sind für Apotheken zu teuer, weil sie für andere Arbeitgeber billig sind.

Das erste Gehalt eines Approbierten direkt nach der Uni ist gar nicht so schlecht. Das Tarifgehalt sieht 3280 Euro vor, je nach Region und Lage der Apotheke wird mehr gezahlt, Notdienste werden ohnehin extra vergütet. Es gibt Branchen, in denen Berufseinsteiger mehr verdienen, aber auch viele andere, in denen Akademiker mehr arbeiten und mit weniger auskommen müssen.

Dabei ist in Rechnung zu stellen, dass Pharmazeuten zwar eine gute Ausbildung genießen, auf den Berufsalltag aber an der Universität zwangsläufig nur mäßig vorbereitet werden. In der Offizin müssen sie sich viele Fähigkeiten erst aneignen, müssen den Handverkauf lernen und wie man als Seelsorger auftritt statt als Pharmazeut. Das gilt vor allem für jene Absolventen, die den zweiten Teil ihres Praktischen Jahrs in der Industrie oder einer Krankenhausapotheke absolviert haben.

Aber auch sonst gilt: Jede Apotheke tickt anders und die unvermeidliche Phase der „Ausbildung“ fällt je nach Geschick des Nachwuchsapothekers kürzer oder länger aus. Für die Inhaber bedeutet das, dass ein Jungapprobierter ein verhältnismäßig teurer Angestellte ist – verglichen mit einer erfahrenen PTA.

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