Bayern

Notdienst: Apothekerin zieht Schusswaffe

, Uhr aktualisiert am 19.12.2016 14:34 Uhr
Berlin -

Die Polizei ermittelt gegen eine Apothekerin aus dem bayerischen Prien. Am vergangenen Samstag soll die Frau im Notdienst zwei Kunden mit einer Schreckschusswaffe bedroht haben. Inzwischen haben die Kunden eine Anzeige erstattet.

Nach Angaben der Polizei soll die Apothekerin am Samstag gegen 13.45 Uhr zwei Kunden mit einer Schreckschusspistole bedroht haben. Das Paar aus einer Nachbargemeinde soll während des Notdienstes Medikamente verlangt haben, die aus Sicht der Apothekerin kein dringender Bedarf waren.

Nähere Einzelheiten zum Geschehen wollte ein Sprecher der Priener Polizei auf Nachfrage nicht bekannt geben. Bestätigt wurden nur der Einsatz an sich und die Tatsache, dass es sich bei der Waffe um eine Schreckschusspistole handelte. Sie wurde sichergestellt. Die Apothekerin wurde nicht verhaftet.

Mittlerweile liegen der Polizei offenbar Erkenntnisse vor, warum die Apothekerin ihre Kunden bedroht hat. Sie beruft sich offenbar darauf, in Notwehr gehandelt zu haben. Allerdings wollte sich der Polizeisprecher dazu ebenfalls nicht äußern. „Die Ermittlungen und insbesondere die Vernehmungen sind in diesem Fall noch nicht abgeschlossen, sodass zu Details bislang noch nicht weiter berichtet werden kann.“

Nach bisherigen Erkenntnissen handelte es sich um keinen ärztlichen Notfall. Die Kunden hätten auch kein „für einen Apotheken-Notdienst entsprechendes Präparat“ benötigt, erklärte die Polizei. Um welche Medikamente es sich genau gehandelt hat, wollte der Polizeisprecher allerdings nicht präzisieren. Fest steht: Die Kunden hätten das Arzneimittel auch am Montag zu normalen Öffnungszeiten ohne jeglichen Schaden für die Gesundheit kaufen können.

Die Pharmazeutin fühlte sich ihrerseits offenbar bedroht. „Inwieweit die Apothekerin dann eventuell aus eigener Besorgnis beziehungsweise zum eigenen Schutz zur Waffe griff, muss noch abschließend geklärt werden“, so die Polizei.

Lokale Medien berichteten über eine Augenzeugin, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls in der Nähe der Apotheke aufgehalten haben soll. So sollen die bedrohten Kunden gesagt haben, dass die Apothekerin dem Paar die Pistole „auf die Brust gesetzt“ habe. Zudem habe sie mehreren Kunden die Medikamente verweigert.

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