Aus der Offizin zur Armee

Apothekerin wird Reserveoffizier – und dabei vom Fernsehen begleitet APOTHEKE ADHOC, 12.01.2020 08:59 Uhr

Berlin - Auch wenn man seinen Job liebt, holt einen irgendwann der Alltag ein. So erging es zumindest Pharmazeutin Alexa Schnölzer: Nach 15 Jahren in der väterlichen Apotheke suchte sie deshalb eine neue Herausforderung – und fand sie bei der Bundeswehr. Die 38-Jährige hat sich zur Reserveoffizierin ausbilden lassen und zehn Monate im Bundeswehrkrankenhaus Berlin ihren Dienst getan. Der SWR wurde auf ihren Weg aufmerksam und widmete ihr eine Fernsehreportage.

Beim Begriff Reservist denken wohl die meisten an ehemalige Wehrdienstleistende, die im Kriegsfall wieder eingezogen werden sollen. Doch diese Vorstellung ist mittlerweile weit überholt. Heutzutage haben viele, die sich als Reservisten verpflichten, zuvor überhaupt nicht gedient. Alexa Schnölzer zum Beispiel: Für sie war der Dienst bei der Truppe ein Sprung ins kalte Wasser. „Gerade zu Beginn meiner Ausbildung an der Sanitätsakademie war es sehr ungewohnt für mich, sich im militärischen Umfeld zurechtzufinden“, sagt sie. Doch genau das war es, was sie wollte: einen Tapetenwechsel. „Ich fand die Idee sehr interessant, weil mir mein Alltag in der öffentlichen Apotheke zu eintönig wurde und ich etwas Neues kennenlernen wollte.“

Auf die Bundeswehr wurde sie dabei nicht nur durch deren Werbekampagnen aufmerksam, sondern auch durch ihren Vater Hubert Schnölzer. Der 74-Jährige, der auch heute noch neben seiner Tochter täglich in seiner Residenz-Apotheke steht, hat in den Siebzigerjahren selbst als Reserveoffizier gedient. Also wandte sie sich 2018 an das Kommando Sanitätsdienst in Koblenz. Dort gibt es ein eigenes Referat, das sich mit der Rekrutierung neuer Reservisten für den medizinischen Dienst befasst und dabei auch auf Ungediente ein Auge geworfen hat. Denn pharmazeutische Fachkräfte sind nicht nur in der freien Wirtschaft Mangelware, sondern werden auch bei der Bundeswehr händeringend gesucht.

Die will es deshalb vor allem Apothekern, PTA, PKA, aber auch Ärzten und anderem medizinischen Personal besonders leicht machen, sich bei der Truppe zu engagieren. Dazu wurde in den letzten Jahren die Möglichkeiten, Reservedienst zu leisten, bedeutend flexibler gestaltet, mittlerweile ist das unter bestimmten Umständen sogar in Teilzeit möglich. Dabei geht es nicht nur um den Fachkräftemangel, sondern auch um Imagearbeit für die Truppe – die bekanntlich in der Bevölkerung oft einen schwierigen Stand hat.

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