APOTHEKE ADHOC Umfrage

Medikationsanalyse: Hoffnung und Misstrauen

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Berlin -

Die Medikationsanalyse in Apotheken ist ein Projekt, das zukunftsweisend ist. Die ABDA arbeitet schon länger an dem Thema und will keine Fragen offen lassen. Dadurch ist der Schwung zuletzt abhanden gekommen; andere Projekte sind weniger komplex, dafür real. Die Teilnehmer einer Umfrage von APOTHEKE ADHOC sehen darin ein zweischneidiges Schwert.

Die DKV bietet inzwischen in Kooperation mit den „Guten Tag Apotheken“ der Elac Elysée eine Medikationsanalyse an. „Super Projekt“, findet mit 39 Prozent die Mehrheit der Teilnehmer der Umfrage: Einfach mal anfangen, so der Tenor. Ähnlicher Meinung sind immerhin noch 4 Prozent der Befragten: Sie finden solche Projekte ebenfalls positiv, sehen darin aber aber eine „Schmalspur-Variante“.

Diesen insgesamt 43 Prozent der Teilnehmer steht eine Gruppe von 55 Prozent gegenüber, die die Medikationsanalyse bei Kooperationen für bedenklich halten. 29 Prozent hiervon finden den Vorstoß „gefährlich“: Ziel seien Selektivverträge. Die übrigen 26 Prozent attestieren diesem Modell sogar, dass es „kontraproduktiv“ sei, schließlich konterkariere es die Honorarforderungen.

An der Umfrage haben am 9. und 10. September insgesamt 145 Leserinnen und Leser von APOTHEKE ADHOC teilgenommen.

Ähnlich wie das Modell der Elac funktioniert Athina, das die Kammern in Nordrhein, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen ihren Mitgliedern anbieten. Nach einer entsprechenden Weiterbildung laden die Apotheken ihre Patienten ein, alle Rx- und OTC-Medikamente sowie Nahrungsergänzungsmittel, die sie einnehmen, in die Apotheke zu bringen.

Doch es gibt auch Kassen, die für Medikationschecks zahlen – allerdings nicht an Apotheker, sondern an Ärzte. 80 beziehungsweise 160 Euro können Hausärzte in Nordrhein-Westalen bei der AOK Rheinland/Hamburg und der Knappschaft Bahn-See (KBS) für eine Analyse abrechnen. AXA und Gothaer bieten zusammen mit der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft (HÄVG), ein Dienstleistungsunternehmen des Hausärzteverbands, bundesweit einen Arzneimittelservice für Privatversicherte an.

Die Techniker Krankenkasse (TK) bietet Typ-2-Diabetikern seit einem Jahr zwei Beratungstermine in ihrer Stammapotheke an: Alle Versicherten, die im Rahmen des TK-Arzneimittelcoachings „Diabetes“ betreut werden, können den Service nutzen. Die Apotheken erhalten nach dem Ende der Startphase 25 Euro für die Zusatzleistung. Bei anderen Modellen beteiligen sich die Apotheken ohne Honorar, etwa in Sachsen-Anhalt oder in Mittelfranken. Das Pilotprojekt zum Medikationsmanagement in Sachsen und Thüringen soll demnächst endgültig starten. Bislang hatte es Probleme wegen der fehlenden Beteiligung der Ärzte gegeben.

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