Wiederholungsrezept nur als E-Rezept

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Die KBV übt auch Kritik am Wiederholungsrezept: „Nach der gesetzlichen Grundlage kommt eine Mehrfachverordnung nur für vom Versicherten kontinuierlich benötigte Arzneimittel in Frage. Da der Versicherte für die Reichweite der verordneten Arzneimittel in der Regel auch nicht in die Arztpraxis kommt, ist diese Regelung aus Gründen der Patienten- und Arzneimitteltherapiesicherheit als problematisch anzusehen.“ Insbesondere der enge Arzt-Patienten-Kontakt könnte darunter leiden. „Gerade die Versorgung von Versicherten mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen muss regelmäßig überwacht und ggf. angepasst werden. Die Entscheidung über die Ausstellung entsprechender eRezepte liegt zwar beim Arzt. Neben der Tatsache, dass dies in vielen Fällen medizinisch nicht sinnvoll ist, ist aber davon auszugehen, dass auch Patienten diese Möglichkeit aktiv ansprechen und einfordern werden.“

„Innerhalb eines Jahres kann sich jedoch aufgrund nicht vorhersehbarer Umstände – so zum Beispiel das Auftreten einer weiteren Erkrankung, ein ungeplanter Krankenhausaufenthalt oder Änderungen der Medikation eines mitbehandelnden Arztes – die Notwendigkeit einer umgehenden Anpassung der Arzneimitteltherapie ergeben.“ Die KBV sieht Gefahren bei der Therapie. „Bereits ausgestellte Mehrfachverordnungen können dazu führen, dass Versicherte trotz einer entsprechenden Notwendigkeit die Risiken falsch einschätzen, ihren Arzt nicht erneut aufsuchen und damit nicht mehr adäquate, gegebenenfalls sogar die Sicherheit gefährdende Arzneimitteltherapien fortführen.“

In diesem Zusammenhang sei auch auf § 16 SGB V zu verweisen, wonach beispielsweise gemäß Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 der Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung ruht, solange Versicherte sich im Ausland aufhalten. „Der Vertragsarzt kann zum Zeitpunkt der Ausstellung einer Mehrfachverordnung nicht wissen, ob ein Leistungsanspruch über die gesamte Laufzeit der Mehrfachverordnungen tatsächlich besteht oder ob der Versicherte in diesem Zeitraum beispielsweise einen längeren, gegebenenfalls monatelangen Auslandsaufenthalt plant. Durch Mehrfachverordnungen könnte daher sogar ein für den Arzt nicht vorhersehbares, nicht vertretbares Regressrisiko entstehen.“

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