Wenn der Rabattartikel für Kinder nicht zugelassen ist

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Berlin -

Auch Arzneimittel, die einen identischen Wirkstoff in gleicher Stärke beinhalten, können für verschiedene Indikationen zugelassen sein. Besonders häufig unterscheiden sich die Altersgrenzen. Ab und an kann es vorkommen, dass zwar das verordnete Präparat für Kinder zugelassen ist, der Rabattartikel jedoch nicht. Eine Abgabe ist in diesem Fall nur bedingt möglich.

Auch bei Kindern müssen die Rabattverträge der Krankenkassen berücksichtigt werden. Das kann dazu führen, dass die Eltern in der Apotheke ein Rezept über ein Präparat vorlegen, was durch einen Rabattartikel ersetzt werden muss. Unter Umständen ist das abzugebende Arzneimittel nicht für gleiche Altersstufe zugelassen, wie das ursprünglich verordnete.

Beispiel:

In der Apotheke wird ein Rezept über eine Cortison-Creme für ein Kind vorgelegt. Laut System muss ein Rabattarzneimittel abgegeben werden. In der Fachinformation der Creme ist eindeutig der Hinweis „Für Kinder kontraindiziert.“ vermerkt. Das Dermatikum ist demnach nicht für Kinder zugelassen, obwohl es laut System als Rabattartikel gelistet ist. Nun ist nicht klar, ob der Rabattartikel ohne weiteres abgegeben werden darf, da keine Zulassung für Kinder vorliegt.

In diesem Fall sollte die Apotheke pharmazeutische Bedenken geltend machen. Werden mehrere Rabattarzneimittel angezeigt, so sollten Apotheker und PTA überprüfen, ob eines der Präparate für Kinder zugelassen ist. Hierbei ist weiterhin die Abgaberangfolge einzuhalten. Es ist also innerhalb der vier Preisgünstigsten ein Präparat auszuwählen, welches eine Zulassung für die entsprechende Altersgruppe hat. Auf das Rezept muss die Sonder-PZN 02567024 und der zugehörige Faktor 8 aufgedruckt werden. Nur so können die Bedenken gegenüber dem Rabattarzneimittel geltend gemacht werden. Ohne Sonder-PZN droht ein Retax. Zusätzlich muss die Begründung auf dem Rezept vermerkt werden. Diese ist mit Datum und Unterschrift abzuzeichnen.

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