Ein Jahr PZN auf dem Rezept

Was gilt? PZN oder Arzneimittelbezeichnung APOTHEKE ADHOC, 23.04.2019 15:10 Uhr

Berlin - Seit April 2018 sollen Ärzte die Pharmazentralnummer mit auf das Rezept drucken. So will es das Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG). Allerdings gilt die Vorgabe nur für Mediziner. Was ist, wenn die PZN fehlt? Braucht man dann ein neues Rezept?

Im AVWG heißt es: „Auf Rezepten dürfen nur Produkt- beziehungsweise Wirkstoffbezeichnung, Wirkstärke, Darreichungsform, Packungsgröße und gegebenenfalls Normgröße angegeben werden. Die gleichzeitige Angabe von Packungsgröße und Normgröße ist zulässig. Soweit verfügbar, ist die PZN anzugeben.“ Für die Rezeptabrechnung ist der Aufdruck nicht vorgeschrieben, Apotheker dürfen Rezepte ohne PZN beliefern. Der Start der Vorgabe verlief allerdings holprig. Während das Ziel des Aufdrucks der PZN darin lag, Fehlinterpretationen in der Apotheke und entsprechende Rückfragen in der Arztpraxis zu vermeiden, erreichten die Apotheken im vergangenen April unklare Verordnungen, bei denen Arzneimittel und PZN nicht zusammen passten. Apotheken mussten Rücksprache mit den Ärzten halten, welche Wirkstärke oder Packungsgröße tatsächlich abgegeben werden soll.

In der Apotheke sollte daher auch ein Jahr später stets geprüft werden, ob verordnetes Arzneimitteln und aufgedruckte PZN zusammengehören. Denn eine unklare Verordnung darf nicht beliefert werden. Wer glaubt, die PZN habe immer Vorrang, irrt. Aber auch die Arzneimittelbezeichnung hat grundsätzlich keinen höheren Stellenwert: Die Verordnung bleibt in jedem Fall unklar und nur der Arzt kann Aufklärung liefern.

Grundlage ist hier § 17 Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO): „Die abgegebenen Arzneimittel müssen den Verschreibungen und den damit verbundenen Vorschriften des Sozialgesetzbuch V zur Arzneimittelversorgung entsprechen. Enthält eine Verschreibung einen für den Abgebenden erkennbaren Irrtum, ist sie nicht lesbar oder ergeben sich sonstige Bedenken, so darf das Arzneimittel nicht abgegeben werden, bevor die Unklarheit beseitigt ist.“ Werden Änderungen vorgenommen, müssen diese auf dem Rezept dokumentiert werden. „Der Apotheker hat jede Änderung auf der Verschreibung zu vermerken und zu unterschreiben.“

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