Veterinärmedizin

Vorlage des Arztausweises reicht nicht APOTHEKE ADHOC, 20.07.2020 14:16 Uhr

Berlin - In der Apotheke kommt es ab und an vor, dass ein Arzt nach Vorlage seines Arztausweises ein Rx-Arzneimittel verlangt. Soweit, so gut. Kommt aber ein Tierarzt in die Offizin und verlangt nach Vorlage seines veterinärmedizinischen Ausweises ein verschreibungspflichtiges Tierarzneimittel, kann keine Belieferung erfolgen. Der Grund: Die strengen Dokumentationsregeln bei der Abgabe von Tierarzneimitteln in der Apotheke.

Verschreibungspflichtige Tierarzneimittel kommen in vielen Apotheken selten vor. Dadurch können sich bei Vorlage eines entsprechenden Rezeptes durchaus Fragen ergeben. Welche Angaben muss diese Verschreibung enthalten? Und stimmt es, dass neben dem Namen des Tieres auch die Rasse dokumentiert sein muss? Generell gilt, dass auch bei der Abgabe von Tierarzneimitteln eine Verschreibung vorliegen muss, das regelt die Apothekenbetriebsordnung:

§ 19 ApBetrO – Erwerb und Abgabe von verschreibungspflichtigen Tierarzneimitteln –

„Über den Erwerb und die Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, die zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind, sind zeitlich geordnete Nachweise zu führen.“

Vorlage des Tierarztausweises reicht nicht aus

Legt ein Tierarzt nur seinen Arztausweis vor, so kann kein Rx-Arzneimittel ohne weitere Dokumentation abgegeben werden. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Tierarzneimittel oder um ein Humanarzneimittel handelt. In diesem Fall sollte die Apotheke mindestens folgende Schritte vornehmen: Kopie des Tierarztausweises, Dokumentation des Wareneinganges und Dokumentation der Abgabe mit Datum und Unterschrift beider Parteien. Wichtig: Humanmediziner oder Zahnärzte dürfen keine Tierarzneimittel verschreiben. Ein Veterinärmediziner kann aber im Einzelfall ein als Humanarzneimittel zugelassenes Präparat für das Tier verordnen. Eine Prüfung auf Plausibilität durch die Apotheke muss nicht erfolgen.

Ausnahme: Lebensmittelliefernde Tiere

Für Tiere, die der Lebensmittellieferung dienen, gelten strengere Regeln. Hier reicht die einfache Vorlage des Arztausweises nicht aus. Um eine Rückverfolgung lückenlos zu ermöglichen, muss eine Verordnung in doppelter Ausführung vorgelegt werden.

§19 ApBetrO: „Verschreibungspflichtige Arzneimittel, die zur Anwendung bei Tieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, bestimmt sind, dürfen nur auf eine Verschreibung, die in zweifacher Ausfertigung vorgelegt wird, abgegeben werden. Das Original der Verschreibung ist für den Tierhalter bestimmt, die Durchschrift verbleibt in der Apotheke. […] Der Apothekenleiter hat mindestens einmal jährlich die Ein- und Ausgänge der zur Anwendung bei Tieren bestimmten verschreibungspflichtigen Arzneimittel gegen den vorhandenen Bestand dieser Arzneimittel aufzurechnen und Abweichungen festzustellen.“

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