Fallbeispiele 

Rezeptur-Sonderfälle: Was ist zu beachten? Teil 1 Eva Bahn, 25.04.2019 14:55 Uhr

Berlin - Wer viele Rezepturen herstellt und zulasten der GKV abrechnet, kennt die zahlreichen Probleme, die dabei auftreten können. Darf ein Kosmetikum als Grundlage verwendet werden? Wie ist die korrekte Vorgehensweise, wenn die Dosierung auf der Verschreibung fehlt? Darf eine Rezeptur hergestellt und zulasten der Krankenkasse abgerechnet werden, wenn die Applikationsart unplausibel ist? Und in welcher Zeitspanne müssen sie überhaupt hergestellt werden? Hier kommt unsere kleine Reihe zur Abrechnung von nicht alltäglichen Rezepturen.

Fall 1: Das am Häufigsten vorkommende Problem in der Praxis ist wohl, dass der Arzt vergessen hat, eine Gebrauchsanweisung auf das Rezept aufzubringen. Laut § 2 der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) ist ein Rezept aber erst dann abrechnungsfähig – und kann beim Fehlen derselben auf Null retaxiert werden. Auch fehlende oder ungenaue Angaben zur Art und Menge der Wirk- und Hilfsstoffe kommen häufiger vor. Beispiele wären „Erythromycin in Basiscreme DAC ad 100 g“ oder „Erythromycin 2 Prozent in Basiscreme DAC“. Einmal fehlt die Einsatzkonzentration des Wirkstoffes und einmal die Menge der Rezeptur.

Die korrekte Vorgehensweise ist in allen Fällen, die fehlenden Angaben mit dem Verschreibenden zu klären. Sowohl die Einsatzkonzentration, als auch die Gesamtmenge und die fehlende Gebrauchsanweisung dürfen dann ergänzt werden. Sie werden gemeinsam mit dem Vermerk „Nach Rücksprache“ am besten mit einem schwarzen Stift auf die Verordnung geschrieben. Um retaxsicher zu heilen, müssen das Datum und die Unterschrift der abgebenden Person mit aufgebracht werden.

Fall 2: Die Grundlage der Rezeptur ist ein Kosmetikum, was insofern problematisch ist, als dass diese weder apothekenpflichtig sind, noch zwingend die erforderliche Qualität nach GMP-Richtlinien erfüllen und einen Nachweis laut § 11 Abs. 2 Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) erbringen können. Der sichere Nachweis von Identität und Reinheit ist somit nicht so einfach zu erfüllen, es sei denn, der Hersteller kann ein valides Prüfzertifikat und eine Möglichkeit zur Verfügung stellen, die Grundlage auf Identität zu prüfen. Ist das der Fall, bleibt die Frage nach der Kompatibilität des Kosmetikums mit dem zugesetzten Wirkstoff. Auch hier bieten verschiedene Firmen im Internet Listen mit bereits geprüften Wirkstoff/Grundlagen-Kombinationen an.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Versandapotheken

Zur Rose: Zum eRezept verdammt»

Anpassung des Packmittels nach NRF

Tilray: Vollspektrum in neuer Verpackung»

Generikakonzerne

Hexal-CEO: Abschied nach drei Jahren»
Politik

EU-Dachverband

Parallelimporteure: Neue Studie, neuer Name»

BMG schweigt zur Datengrundlage

Studie zur Preisbindung: Gabelmann kritisiert Geheimniskrämerei»

Einfach andere Apotheke fragen

TK-Manager: eRezept beendet Lieferengpässe»
Internationales

Apothekenketten

Pessina: Nicht jede Apotheke wird überleben»

Lungenschäden

E-Zigaretten: Zahl der Toten steigt»

Neuer SARS-Auslöser

Unbekannte Lungenkrankheit – wahrscheinlich Corona-Viren»
Pharmazie

Prophylaktische Einnahme

Metformin kann Diabetes-Risiko reduzieren»

Rückruf

Midrospa und Micypra gehen»

AMK-Meldung

Medikationsfehler bei Säuglings-Otriven»
Panorama

Bayern

Ärztekammer-Vize: „Heilpraktiker ohne Existenzberechtigung”»

Vorsorgemaßnahmen

Coronavirus: Rostocker Mediziner ruft zu umsichtigem Verhalten auf»

 Großeinsatz in Nortorf

Kampfmittelräumdienst besucht Apotheke»
Apothekenpraxis

Bon-Pflicht 

Apotheker startet Bon-Bucket-Challenge»

49 Euro für Eintragung

Transparenzregister: e.V. i. G. verteidigt sich»

aposcope

Schlankheitsmittel bei Apothekern nicht erste Wahl»
PTA Live

Neue PTA-Schule in Rheinfelden

„Der Bedarf an PTA ist groß“»

Völkerschule Osnabrück

Individueller Wiedereinstieg für PTA»

NRF-Ergänzungslieferung

Neue und geänderte Rezepturen»
Erkältungs-Tipps

Erkältungs-Tipps

Wenn die Erkältung fortschreitet: Produktiver Husten»

Erste Erkältungsanzeichen

Darum lohnt es sich früh zu handeln»

Erkältungssymptome

Erste Erkältungs-Etappe: Trockener Husten»
Magen-Darm & Co.

Krebserkrankungen

Magenkrebs: Wenn die Mitte des Körpers erkrankt»

Von fremden Bakterienstämmen profitieren

Stuhltransplantation: Chancen für Kolitis-Patienten»

Magen-Darm-Beschwerden

Diarrhoe: Zuckeraustausch mit Folgen»
Kinderwunsch & Stillzeit

Erkältet in der Schwangerschaft

Der gewisse Push für das Immunsystem»

Schwangerschaftsrisiken

Eileiterschwangerschaft: Gefährliche Fehleinnistung»

Fitness in der Schwangerschaft

Mit Pilates durch die Schwangerschaft»