Anlage II AM-RL

Lifestyle-Arzneimittel zulasten der GKV Alexandra Negt, 11.09.2020 14:47 Uhr

Berlin - Unter Lifestyle-Arzneimitteln werden Präparate zur Steigerung der Lebensqualität verstanden. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem gewisse Mittel zur Gewichtsreduktion, Nikotinersatzpräparate, Präparate bei sexueller Dysfunktion und Mittel zur Verbesserung des Aussehens. Im Normalfall übernimmt die Kasse die Kosten für solch eine Behandlung nicht – doch es gibt Ausnahmen.

In der Anlage II der AM-RL sind Medikamente aufgeführt, die vornehmlich eine Erhöhung der Lebensqualität zum Ziel haben. Deshalb ist eine Abrechnung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung nicht möglich. Da der Einsatz dieser Präparate meist durch die private Lebensführung bedingt wird, ist der Patient für die Finanzierung eigenständig verantwortlich. Generell erfolgt keine Erstattung durch die Krankenkasse – in gewissen Fällen ist ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse jedoch erfolgsversprechend.

Innerhalb der Anlage II AM-RL sind Unterteilungen in folgende Gruppen vorgenommen worden:

  • Abmagerungsmittel (zentral wirkend)
    • Beispielsweise: Amfepramon (Tenuate, Regenon), Cathin (Alvalin)
  • Abmagerungsmittel (peripher wirkend)
    • Beispielsweise: Orlistat (Alli, Xenical, Generika)
  • Sexuelle Dysfunktion
    • Beispielsweise: Sildenafil (Viagra, Generika), Tadalafil (Cialis, Generika), Vardenafil (Levitra, Generika)
  • Nikotinabhängigkeit
    • Beispielsweise: Nicotin (Nicorette, Nicotinell), Bupropion (Zyban), Varenicline (Champix)
  • Steigerung des sexuellen Verlangens
    • Beispielsweise: Turnera diffusa (Cefagil, Deseo)
  • Verbesserung des Haarwuchses
    • Beispielsweise: Minoxidil (Alopexy, Regaine), Finasterid (Propecia), Alfatradiol (Ell-Cranell)
  • Verbesserung des Aussehens
    • Beispielsweise: Clostridium botulinum Toxin Typ A (Azzalure, Vistabel, Bocouture Vial)

Einige dieser Mittel haben eine Ausnahmebedingung, sodass eine Abrechnung über ein rosa Rezept in gewissen Indikationen doch möglich ist. Dazu gehört beispielsweise der Wirkstoff Tadalafil. In einer Dosierung von 5 mg pro Tablette hat der Arzneistoff die Indikation benignes Prostatasyndrom bei erwachsenen Männern. Auch der Wirkstoff Alprostadil, ebenfalls in der Unterteilung sexuelle Dysfunktion gelistet, kann bei einer diagnostischen Anwendung abgerechnet werden. Einige Wirkstoffe haben zahlreiche Anwendungsgebiete und können nur innerhalb der in der Anlage angegebenen Indikation nicht zulasten der GKV verordnet werden. Hierzu zählen beispielsweise die beiden Glucocorticoide Triamcinolon und Betamethason. Zur Verbesserung des Haarwuchses übernimmt die Kasse die Kosten nicht, bei anderen Erkrankungen ist eine Verschreibung möglich.

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