Lieferengpass

Levetiracetam: Stückeln erlaubt APOTHEKE ADHOC, 20.03.2019 14:39 Uhr

Berlin - Levetiracetam ist derzeit nicht von allen Herstellern vollumfänglich lieferbar. Betroffen sind beispielsweise die Stärken 500 mg und 1000 mg zu 200 Tabletten. Packungen zu 100 Tabletten sind allerdings verfügbar. Kann die Apotheke einfach zwei Packungen zu 100 Stück abgeben?

Verordnet ist Levetiracetam der Firma XY zu 200 Stück. Der Arzt hat einen Austausch durch Setzen des Aut-idem-Kreuzes ausgeschlossen. Derzeit können Aliud, Hormosan, Accord und Aurobindo die Stärke 500 mg zu 200 Stück nicht uneingeschränkt liefern. Einige Hersteller müssen auch bei 1000 mg passen. UCB meldet für die Tabletten zu 500 mg und 1000 mg in der Großpackung keinen Engpass. „Sollte ein Großhandel nicht vollständig liefern können, so ist auch ein Bezug durch Apotheken direkt bei UCB möglich“, teilt ein Sprecher mit.

Laut Packungsgrößenverordnung (PackungsV) ist Levetiracetam unter den Antiepileptika mit der Normgröße 2 zu 150 Stück (+/-10 Prozent) und mit der Normgröße 3 (-5 Prozent) gelistet. Die Packungen zu 100 Stück sind als N2 und jene zu 200 Stück als N3 gekennzeichnet. Hat der Arzt das Arzneimittel zu 200 Stück verordnet und eine Substitution ausgeschlossen, kann die Apotheke bei Nichtverfügbarkeit auch zwei Packungen zu je 100 Tabletten liefern. Allerdings muss dann die Zuzahlung pro Packung also zweimal kassiert werden. Einige Kassen winken die Rezepte mit beigefügtem Defektbeleg und entsprechendem Vermerk durch, andere kürzen dennoch auf eine Packung.

Die Stückelung bis zur verordneten Menge ist auf der Verordnung zu begründen und zu dokumentieren. Ein Vermerk über den Engpass sollte auf dem Rezept mit Datum und Unterschrift des Abgebenden festgehalten werden. Empfehlenwert ist es auch, den Defektbeleg aufzubewahren, falls die Kasse eine unwirtschaftliche Belieferung moniert. Wünscht der Kunde die Substitution auf ein anderes wirkstoffgleiches Arzneimittel, ist dies nur nach Rücksprache mit dem Arzt und Aufheben des Aut-Idem durch den Mediziner möglich. Ist jedoch ein Reimport Rabattpartner der Kasse, muss die Apotheke trotz vom Arzt beschlossenen Substitutionsausschluss den Rabattvertrag bedienen und bei Verfügbarkeit den Import liefern.

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