Isotretinoin: Unterschiedlich lange Gültigkeit der Verordnung

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Berlin - Isotretinoin gehört zu den Retinoiden. Der Wirkstoff darf nur im Ausnahmefall verschrieben werden. Angewendet wird der Arzneistoff bei schweren Formen von Akne. Frauen müssen ihre Verordnungen innerhalb von einer Woche einlösen und einen zuverlässigen Schwangerschaftsschutz vorweisen. Welche Regeln gelten für Männer?

Retinoidhaltige Arzneimittel werden in oralen oder topischen Darreichungsformen zur Behandlung verschiedener Formen der Akne, von schweren chronischen Handekzemen sowie von schweren Formen der Psoriasis oder Verhornungsstörungen angewendet. Die Gruppe der oralen Retinoide ist mit Vorsicht abzugeben. Zu der Wirkstoffgruppe gehören Acitretin, Adapalen, Alitretinoin, Bexaroten, Isotretinoin, Tazaroten und Tretinoin. Drei der Wirkstoffe – Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin – dürfen oral bei Frauen im gebärfähigen Alter nur unter Einhaltung des Schwangerschaftsverhütungsprogramms angewendet werden. Vor der Verschreibung und Abgabe sollen die Risiken anhand des Schulungsmaterials mit den Patientinnen besprochen werden. Keine Kontrazeption – keine Abgabe.

Legt eine Frau ein Rezept über Isotretinoin oder ein anderes orales Retinoid vor, so muss die Apotheke vor der Abgabe eine detaillierte Check-Liste abarbeiten. Neben der Abklärung einer zuverlässigen Schwangerschaftsverhütung gehört auch die Überprüfung des Ausstellungsdatums dazu. Das Rezept muss, analog zu einem BtM-Rezept, binnen sieben Tagen eingelöst werden. Der Patientin verbleiben, nach dem Ausstellungstag, somit sechs Tage für den Besuch in der Apotheke. Die verordnete Menge darf den Bedarf für 30 Tage nicht übersteigen.

Für männliche Patienten gelten andere Regeln. Sie sind nicht angehalten eine zuverlässige Verhütungsmethode während des Geschlechtsverkehrs anzuwenden. Darüber hinaus dürfen sie sich auch mehr Zeit bei der Einlösung lassen. Männer können Retinoid-Verordnungen die gewohnten vier Wochen einlösen. Auch bei der verschriebenen Menge gelten für Männer keine Höchstmengen. Geregelt ist dies in der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV). Hier werden ausdrücklich nur Frauen erwähnt.

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