Wirkstoffcheck

Interaktionen und Nebenwirkungen: Loperamid APOTHEKE ADHOC, 01.11.2019 14:05 Uhr

Berlin - Das Antidiarrhroikum Loperamid ist ein Klassiker unter den Durchfallmedikamenten in der Selbstmedikation. Nicht alle Arten der Erkrankung können mit dem Wirkstoff optimal behandelt werden. Darüber hinaus können bei gleichzeitiger Einnahme anderer Arzneimittel unerwünschte Wechselwirkungen auftreten. Loperamid ist als Kapsel, Tablette oder Schmelztablette in Packungsgrößen bis zu 24 mg rezeptfrei erhältlich.

Wirkungsweise und Dosierung
Loperamid ist ein Schein-Opioid, welches die zentralen Opioidrezeptoren nicht erreicht, weil es die Blut-Hirn-Schranke nicht in ausreichender Menge überwinden kann. Bei dem Antidiarrhoikum handelt es sich um ein lokal wirksames Opioid, das durch Stimulation der Opioidrezeptoren im Gastrointestinaltrakt eine Hemmung der intestinalen Sekretion sowie der Peristaltik bewirkt.

Da Loperamid nicht zentral wirkt, besitzt der Wirkstoff keine analgetische Wirkung. Innerhalb der therapeutischen Dosierung und intakter Blut-Hirn-Schranke sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen im Nervensystem zu erwarten. Überdosierung können zu kardialen Ereignissen wie QT-Zeit-Verlängerung führen. Über Herzstillstände und Todesfälle wurde berichtet.

Die empfohlene Höchstdosis für Loperamid liegt für Erwachsene bei 12 Milligramm pro Tag. Bei akuten Durchfällen werden zu Beginn 4 Milligramm und nach jedem ungeformten Stuhl weitere 2 Milligramm eingenommen. Wenn sich ein akuter Durchfall nicht innerhalb von 48 Stunden nach der ersten Einnahme bessert, sollte ein Arzt informiert werden. Eine langfristige Anwendung muss ärztlich begleitet werden.

Nebenwirkungen und Überdosierung
Häufige Nebenwirkungen sind Obstipation, Blähungen und Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel. Gelegentlich kommt es zu Bauchkrämpfen, Erbrechen und Hautausschlag. Im Falle einer Überdosierung können Darmverschlüsse, Harnretentionen und Beeinträchtigungen des zentralen Nervensystems (ZNS) auftreten. Das ZNS von Kindern reagiert empfindlicher als das von Erwachsenen, somit zeigen sich bei ihnen schneller Symptome wie Somnolenz, Apathie, Miosis und Krampfanfälle. Bei Personen mit Überdosierungen von bis zu 792 mg Loperamid pro Tag wurden Synkopen (Eintreten einer kurz andauernden Bewusstlosigkeit) und Herzstillstand beobachtet.

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